Apr 10, 2018 - Schulalltag    No Comments

Wisch und weg – ist die Haptik

Ich bin ein großer Fan von Tablets & Co – (und jetzt kommt das große allseits zitierte – denn was davor steht, sei meistens eh gelogen – ) ABER: scheinbar kann man manche Dinge nicht am Tablet lernen: Knoten machen zum Beispiel.

In Büchereinächten, wenn wir Bücherwürmchen zusammen basteln, oder an Projekttagen merke ich das immer wieder. Neulich habe ich mit einer Klasse Bommeln gebastelt (die kleinen Lesebazillen). Die Haupthürde war nicht nur das Loch, das man in eine Pappe halbwegs rund hinein schneiden muss. Das größte Problem war es, mehrere Fäden Wolle in der gleichen Länge abzuschneiden. Die Steigerung: Beinchen für die Lesebazillen – denn die muss man flechten. Wie geht das denn?? Ein einiges Kind – wohlgemerkt ein Junge – hatte keine Probleme beim Herstellen der Bommel. Er häkelt manchmal zuhause, einfach so.

Nun ist Häkeln nicht jedermanns Hobby, aber wir haben damals (wow, ich klinge schon alt, was?) einfach mal rumprobiert mit Salzteig, Gips, Tonpapier, Transparentpapier, Stoffresten, Wolle, Garn, Holz  – wir haben einfach mal verschiedene Materialien in den Händen gehabt. Doch wo haben Kinder heute noch diese Chance? Etwas ausschneiden ist schon eine absolute Herausforderung – und wie praktisch ist es da, dass in den letzten Jahren mehr und mehr Mamis beim Basteln direkt mit zupacken und das den lieben Kleinen sogar abnehmen (O-Ton einer Kollegin, die unsere Bilderbuchkinos betreut). Na es soll ja auch schön werden! (??)

Werkunterricht gibt es an unserer weiterführenden Schule nicht. Und das Kochen und Nähen lernen nur die HauptschülerInnen in einem Jahrgang – denn Abiturienten brauchen so was nicht??

Lasst die Kinder wieder mehr kreativ sein und rumprobieren mit vielen Materialien! Lasst sie Freundschaftsbänder knüpfen und mit Pappmaschee matschen!

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