Tagged with " Suchanfragen"
Sep 13, 2016 - Medien    No Comments

Einmal den Typen mit der Hand bitte.

Schüleranfragen sind zuweilen sehr witzig, manche seltsam, manche machen mir Angst. Dass ein zwölfjähriger Junge die Bibliothekarin nach Feuchgebiete oder Fifty Shades of Grey fragt, stemple ich mal als Mutprobe ab. Eine sehr süßes zehnjähriges Mädchen hatte bei einer Einführungsveranstaltung stolz verkündet, ihre Lieblingsautorin sei Tess Gerritsen. Auch Game of Thrones weckt die Neugierde von teils sehr jungen Leserinnen, da aber das Buch nach einem Tag wieder abgegeben wurde, tippe ich eher auf Neugierde und großen Frust aufgrund des Umfangs der Bände. Anders sieht es dann ab der Mittelstufe aus. Dann ist es eher seltener, dass Bücher aus echtem Eigeninteresse gesucht werden und da fragt man halt, das geht schneller und man erhält gleich, was einem der Lehrer da aufgetragen hat.

In Facharbeitsthemen geht’s auch sehr spezialisiert zu, da lerne auch ich immer wieder Neues. Letztens recherchierte ich mit einer Schülerin zur Kommunikationsart einer sehr seltenen (und nur zu dieser!) Ameisenart. Wir fanden über die Fernleihe auch einiges, zum Allgemeinen sogar (zu meiner Überraschung) auch was in unseren regalen, dennoch trottete die Schülerin unzufrieden ab. Nur, um dann meinem Kollegen in einer anderen Zweigstelle eben vor genau die gleiche Aufgabe zu stellen. Wollte sie unseren Service testen? Ob sie dann ihr 15-minütiges Referat (!!) zufreidenstellend gemeistert hat, weiß ich nicht.

Sehr süß auch gerade heute: „Ich habe gestern ein Buch ausgeliehen. Wie lange ist das haltbar?“

Beim allgemein kurzen Informationsgespräch, also der Erörterung dessen, was der Kunde denn eigentlich sucht, wird es teilweise sehr lustig, weil zum Beispiel der amerikanische Unabhängigkeitskrieg im 13. Jahrhundert untersucht werden soll – „doch, doch, ich bin mir ganz sicher“ – das sind die Anfragen, die mir Angst machen… Oder wenn man „den Typ mit der Hand“ sucht. „Na den berühmten, die Hand ist doch sogar im Titel! Kennen Sie den etwa nicht?“ – Naja, schon, aber bei mir heißt er „Faust“…