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Nov 7, 2017 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Die heimlichen Opfer der Ausleihulla

Jetzt packt sie aus! Es reicht! Sie wird behandelt, als ginge es nur darum, sie aus dem Weg zu räumen. Tagein, tagaus gibt sie alles, und doch fühlt sie sich am Tagesende leer!

Und dann hört sie sie nahen – diese Ausleihulla! Sie spült sie, die Teekanne. Und die Kanne beginnt zu zittern. Zu viele hat sie schon vor ihrer Zeit zu Bruch gehen sehen. Wird sie die nächste sein? Nach einem Büchereitag will diese Ausleihulla immer nur schnell schnell schnell -und dann weg! Wird es wieder Scherben geben? Egal ob Keramik, Porzellan oder Glas, die Ausleihulla hat in den letzten Jahren schon 8 Teekannen geschrottet.

Und sie gelobt Besserung 😉 Die neuste wurde nur verletzt und verarztet!

Mrz 28, 2017 - Schulalltag    No Comments

Das Glühen

Kennen Sie das Glühen? Das Glühen ist mein persönlicher Lieblings-Gemütszustand: alles wuselt um mich herum, es ist viel los, aber es ist friedlich, exakt nacheinander kommen Anfragen, bei denen ich helfen kann oder Ausleihen oder so was und alles läuft am Schnürchen. Gut was los und trotzdem entspannt. Die Tage, an denen ich richtig viel schaffe.

Zugegeben, ein zarter Zustand, der jederzeit zu Ende sein kann durch penetrantes Regenschuhgummi-Quietschen oder Zigarettenrauch, der in mein Büro zieht von Schülern, die heimlich direkt vor meinem Büro qualmen. Und darum muss man diese Momente genießen.

Ich glühe dann mal noch ein bißchen vor mich hin…

Jan 17, 2017 - Schulalltag    No Comments

Und ich nerve und nerve und nerve…

Neben der Büchereiarbeit hab ich vor einigen Jahren das Layouten unserer Schulzeitung übernommen. Nein, keine Schülerzeitung, dazu machen wir Erwachsenen zu viel mit. Aus dem „Layouten“ wurde leider schnell das Hinterherrennen von Schülern und Kollegen, damit die angekündigten Texte und Bilder möglichst vor dem Gang zur Druckerei kommen. Damit mache ich mir entweder Feinde – echt, eine Schülerin ist derzeit auf mich sauer, weil ich 5 Wochen nach Redaktionsschluss mal die Reißleine ziehen musste – oder ich bin das wandelnde schlechte Gewissen. Im Gang sehen mich Kollegen an und sofort weichen sie mir aus oder geben zerknirscht zu, einen versprochenen Artikel nun doch nicht mehr geschafft zu haben.

Wir haben alle Stress, klar. Aber wieso planen wir den eigentlich nie ein? Wieso kommen jeden Tag unverhoffte Dinge dazu, die die Termineinhaltungen dann doch wieder verhageln? Ich hatte auch solche Phasen, alles war zu viel und immer kruschelte ich was und machte nebenbei tausend Dinge. Ich will ne Kopie machen, oh halt, da ist eine fast tote Pflanze – im Pflanzenkübel liegt aber viel Müll, so, weg damit – ah ja, den Medientisch wollte ich noch machen, welche Bücher brauche ich? Draußen läuft grad die Kollegin, der ich die Mail noch schicken wollte, das mach ich lieber gleich… – wo ist meine Kopie?

Das frustrierte mich ungemein, denn nichts wurde wirklich fertig. Seit ich das für mich erkannt habe, versuche ich, jeden Tag den Schwerpunkt entweder aufs Katalogisieren, Bestellen, Planen von Veranstaltungen, Literanauten oder sonstwas zu legen. Die zu erledigende geplante Aufgabe dauert etwa 60 Minuten. Wenn ich dann nach 8-9 Arbeitsstunden heimgehe, bin ich meist froh, wenn ich die Aufgabe wirklich geschafft habe – denn immer kommt irgendwas und irgendwer dazwischen. Es gibt Kunden, die kopieren wollen, die Fragen haben, Drucker, die kaputt gehen, Klobrillen, die repariert werden müssen (ja, hatte ich heute), Kollegen, die kurz plauschen wollen…

Und ich nehme es nicht mehr persönlich, wenn jemand sauer ist, weil ich versuche, meinen Job zu machen und immer und immer wieder ankomme wegen eines fehlenden Textes. Echt jetzt. Ich bin nicht sauer. Wirklich nicht… pff! ;-P

Dez 2, 2016 - Schulalltag    No Comments

Liebe Bibliothekare, lernen Sie Meditieren!

Ich schätze mal, alle, die mit Jugendlichen arbeiten, kennen das Gefühl, dass man manchmal einfach mal ganz laut schreiben möchte. Kämpfe um Regeln, angenervte pubertierende Gesichter, Lärm, spitze Sprüche – und die ganzen Netten, die dann nichts dafür können und dich dazu bringen, den Job dann doch wieder zu lieben. Doch das Hin und Her, das ist nicht ohne und geht an die Substanz.

Im vorletzten Schuljahr bin ich nach den Sommerferien sogar mit Bauchschmerzen in die Schule gegangen, denn ich hatte noch im Hinterkopf, wie ganz bestimmte einzelne Schüler und ich richtige Kämpfe hatten: wochenlang, zermürbend, nervend, provokant. Und dann – nix. Alles wieder gut, kurze Aussprache und seither kommen besagter Schüler und ich blendend miteinander aus. Denn Jugendliche verändern sich, werden reifer, erwachsener. Und doch, es kommen immer Neue nach.

Und das Ruhigbleiben, das habe ich mir beibringen müssen. Vieles nahm ich anfangs persönlich, denn man steckt ja viel Liebe und Herzblut in die Veranstaltungen, Projekte und Gestaltung der Räumlichkeiten. Da ist es nicht schön, wenn andere das mutwillig kaputt machen. Doch mittlerweile hab ich an meinem ganz persönlichen Abstand gearbeitet. Mit hat Meditation und Sport geholfen, einen Schritt zurückzutreten, Situationen gelassener zu beurteilen und Prioritäten für zu erledigende Tätigkeiten zu setzen.

Ob mit „Om“ oder ohne, lassen Sie den Job bei der Arbeit 😉