Tagged with " Schulbibliothek"
Feb 13, 2018 - Skurriles    No Comments

Zuerst waren da die Gewürze

… dann kamen die Kassetten, dann die Briefmarken. Es hat mir schon als Kind einen seltsam anmutenden Spaß gemacht, Dinge zu ordnen und zu beschriften, damit andere schnell das Gewünschte finden. Wieso war ich eigentlich verwundert, als die Dame von der Arbeitsagentur mir damals Bibliothekarin oder Schornsteinfeger vorschlug? Beides für mich einst undenkbar – und doch war das Bibliotheks-Gen wohl immer schon da. Ich habe Sammlungen meiner Pumuckl-Zeichnungen angelegt, Ordner einsortieren und für die Schule Mitschriften nochmal sauber abzuschreiben nannte ich Hobby. Ich komme hier grad nicht gut weg, ich weiß 🙂 Das ist das schöne, wenn man aus dem Teeniealter raus ist: es ist einem halt dann egal und man genießt seine Marotten. Oder macht sie zum Beruf…

Dez 13, 2016 - Schulalltag    No Comments

Thekengeplauder

Eine halbe Stunde an der Theke in Zitaten verschiedener Kundinnen und Kunden:

  • „Laptop!“ – „Auch einen guten Tag, kann ich dir helfen?“
  • „Hört man hier den Gong?“ – „Ja, vor 5 Minuten ging die Stunde los.“
  • „Darf ich auf Klo?“
  • „Ich hab nichts gemacht!“
  • „Also ich hab jetzt gelernt. Ich kann das, nur inhaltlich halt nicht.“
  • „Tim hat einen Stäääääänder!“
  • „Mein Freund hier sucht die Blockopedia“ – „Dein Freund hat seine Zunge verschluckt?“ – guckt verständnislos zurück
  • „Guck mal, ich hab ne neue Zahnspange“ – sprachs und zeigte sie mir in der Hand (immerhin: glitzerlila!)
  • „Meine Freundin braucht für die Kopier ein wenig Blatt.“
  • „Ich will was kopieren“ – „Dann komm mal mit zum Kopierer“ – „Nee, mit dem Laptop kopieren“
  • „Kann ich das W-Lan-Passwort haben?“
  • „Welche Stunde haben wir?“
  • „Darf ich auch mehr als ein Buch auleihen?“
  • „Kann ich die Poster aus der Zeitschrift haben?“ – „Nein, bitte nicht“ – „Oh, ich hab sie schon rausgerupft“
  • „Der zeigt mir immer so eklige Sachen in der Bravo!!“
  • „Haben Sie auch so Bücher über Geschichte? Also von ganz früher und so?“
  • „Schhh, die guckt!“
  • „Das Klo ist verstopft.“

 

Sind Kooperationsvereinbarungen sinnvoll?

Im Studium wird gelehrt: immer erst alles durchdenken, ein Konzept machen und dann einen Fahrplan erstellen. Das mache ich mit meinen Veranstaltungen nach wie vor und fahre gut damit. Schwieriger wird es, wenn an dem Fahrplan auch andere beteiligt sind. Mit dem Kreis Offenbach, der Stadtbücherei Dreieich und der Schule ist es uns vor einigen Jahren tatsächlich gelungen, solch einen Fahrplan für die Bücherei zu entwickeln. Engagierte Menschen haben damals gut daran getan, auf bestimmte Formulierungen zu bestehen und andere grober zu fassen. Diese Vereinbarung ist freilich kein gerichtlich einklagbares Werk, wohl aber eine gute Orientierung für alle Beteiligten, wer was zu tun hat und wohin wir wollen. Ich als ausführende Person weiß somit, in welchem Rahmen ich mich bewegen kann, ob ich neue Projekte anstupsen darf und welche Dinge ich „liefern“ muss.

Ich kenne andere Vereinbarungen, die so eng gestrickt sind, dass die ausführenden Bibliotheksmitarbeiter nur sehr enge Grenzen haben, um Projekte überhaupt zu unterstützen oder neu zu starten – oder das Gegenteil: alles ist so vage formuliert, dass keiner weiß, wo die Bibliothek hinsteuern soll und welche Befugnisse für Ausführende überhaupt existieren. Diesen Spagat hatten wir zu Beginn, als die Bücherei aufgebaut worden ist. Schule wollte dies, Stadtbibliothek wollte das. Aber jetzt ziehen alle an einem Strang und es wurde ein gutes Mittelmaß gefunden.

Sep 16, 2016 - Schulalltag    No Comments

Wie alt schätzen Sie mich denn?

… bei Schülern eine einfache Geschichte: immer abschätzen, dann ein bis zwei Jahre oben drauf packen und schon freut sich derjenige. Auf der anderen Seite, also bei Kollegen oder mir selbst, wird es schon heikler. Ich arbeite seit meinem 23. Lebensjahr an dieser Schule und wurde damals im ersten Jahr von einem Mädchen aus dem 7. Jahrgang gefragt, ob das eigentlich meine Tochter sei, die in ihre Parallelklasse geht. Vielleicht war Mathe auch nur einfach nicht so ihr Ding, oder ich hatte eine echt harte Woche!

Ich arbeite mit teilweise mit Jugendgruppen an verschiedenen Projekten rund ums Lesen und Schule und wenn mich dann mal einer mit „Du“ anspricht, nehme ich es einfach als Kompliment – wow, ich wurde in ihre Peergroup aufgenommen! Generell möchte ich es mit Schülern aber beim Sie belassen – also sie mich, denn ich kann sowieso nicht auseinander halten, ob die Person vor mir die zehnte Klasse oder die zwölfte Klasse besucht – und nicht immer würde das auch einen Vorteil bringen. 17-Jährige kann es in beiden Jahrgängen geben…

… bei Kollegen und der Altersfrage habe ich einen großen Vorteil: sie melden sich bei mir mit ihren Daten an! *hehe* Nur sitze ich nicht immer an meinem Rechner. Und gerade bei jüngeren neuen Kollegen fällt es mir teilweise schwer, sie überhaupt als Kollegen zu identifizieren! Einfach in die Bücherei zur Unterrichtszeit hereinstürmende Klassen halte ich grundsätzlich erst mal im vorderen Bereich auf, um die anderen Bibliothekskunden nicht zu stören und erkundige mich nach ihrem Anliegen. Manchmal sind die Truppen allerdings so laut, dass ich mich erst mal lautstark nach dem betreuenden Lehrer erkundigen muss. Blöd halt, wenn der dann mitten drin steht und ich ihn gar nicht als Lehrer wahrgenommen habe…

Dann ist da noch diese fiese deutsche Geschichte von wegen Duzen/Siezen. Da ich anfangs die Jüngste im Kollegium war, habe ich alle ehrfurchtsvoll gesiezt. Bei einigen Kollegen ging es dann zum Du über. Für die Umgewöhnung brauche ich immer mehrere Wochen. Mittlerweile und mit fast 31 Jahren gelingt es mir meist sehr gut, die neuen Kollegen schnell zum Duzen zu bewegen, weil das in der Schule ja im Kollegium meist üblich ist und ich mir dann immerhin nicht alles zweimal einprägen muss – bei über 120 Kollegen ist das Arbeit!

Seiten:12»