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Mrz 13, 2018 - Schulalltag    No Comments

Hinaus in die Welt…

…gehen die Jugendlichen nach der Schule – und das ist auch gut so. Man, ich klinge so alt! Aber ich bin so stolz auf meine Jugendlichen, vor allem die, die jahrelang bei Projekten mitgewirkt haben und nun mit ihren eigenen Ideen durchstarten. Besonders schön ist es natürlich für mich, wenn einige in der Buchbranche aktiv werden. Aus ehemaligen JuLiD-Mitgliedern wurden nun eine junge Autorin, eine bereits jetzt ausgezeichnete Bibliothekarin und eine engagierte Verlagsfrau. Doch nicht alle Leseratten machten ihr Hobby zum Beruf. Eine bemerkenswerte Anzahl meiner Vielleserkunden geht in den biologisch-chemischen Bereich und will später mal in der Veterinärmedizin durchstarten, ist bereits in der Apotheke aktiv oder will Tatorte auf Spuren untersuchen. Chemie und lesen, offensichtlich ein gutes Paar.

Feb 14, 2017 - Schulalltag    No Comments

Von Booleschen Operatoren und duftenden Haaren

Valentinstag! Überall! Kleine Mädchen wünschen mir einen happy Valentin’s Day – ob sie wissen, wer Valentin war, ist fraglich. Aber das Fieber greift um sich – auch im Methodentag! Ich stehe heute vor einer elften Klasse und wir starten in die Facharbeit. Themen: Wie recherchiere ich? Wo recherchiere ich? Was sind Boolesche Operatoren und wie geht Phrasensuche? Gibt es Alternativen zu Google und was macht eine gute Quelle aus?

Und in der hinteren Reihe schnuppert ein junger Mann an den Haaren seiner Sitznachbarin, immer wieder. Die verflochtenen Händchen der beiden lassen auf Pärchenstatus schließen. Sicher ist so was gewiss nicht, denn nicht jedes Mädel auf einem Herrenschoß ist mit besagtem Jüngling auch zusammen, wurde ich einst bei einem Treffen meiner Jugendjury belehrt. Dieser Knabe jedoch scheint hin und weg. Verträumt steckt er seine Nase immer wieder in ihr Haupt. Das irritiert mich. Es ist so auffallend und doch nehme nur ich es wahr, alle anderen schauen schließlich zu mir nach vorn.

Ich kämpfe mich erst durch, kann dann doch nicht widerstahen und lasse einen Spruch los. Ich rechne mit Gelächter, haha, ertappt. – Nichts! Alle sind eher genervt, das Geschnupper scheint wohl schon eine ganze Weile Lehrkräfte zu irritieren…

Generell ist Methodentraining ja etwas trocken, das verstehe ich. Und der verliebte junge Mann ist auch keine Ausnahme. Nebenbei meine Wikipedia-Arbeitsblätter ausmalen – okay. Sich trotz Handout eigene Notizen machen – löblich. Müde aussehen – logisch bei dieser Luft in dem Raum! Aber permanent an Haaren schnuppern, Fingernägel feilen, Haare bürsten oder die der Nachbarin flechten – ein Tick zu viel.

Dez 20, 2016 - Schulalltag    No Comments

Petzen oder nicht petzen?

Soll ich’s sagen?

Leute verpfeifen sind nicht gern gesehen, nicht mal bei Lehrern. Kinder mit feinem Gespür für Unrechtes kriegen so auch noch eins auf den Deckel. Und wenn man selber als Schulbibliothekarin petzen möchte? Oftmals verschmelze ich für Schüler quasi mit dem Mobilar. Ich werde, während ich so an der Ausleihtheke einscanne und vor mich hin tippe oder Bücher putze, gar nicht als Person wahrgenommen. Das ist nicht mal böse gemeint: ich und die Bücherei, wir sind in Schüleraugen quasi ein einziges Gebilde. Und dass ich so manches mitkriege, wenn sich Schüler unterhalten, ist vielen gar nicht bewusst. Wenn Gespräche dann doch etwas zu intim werden, was hinter vorgehaltener Bravozeitung mit der besten Freundin durchaus mal geschehen kann, gebe ich immerhin ab und zu den Hinweis, dass unsere Räumlichkeiten sehr hellhörig sind und ich manches nicht wirklich wissen will. Aber das sind ja mehr witzige und ab und zu durchaus interessante Situationen.

Heikler für mich in meine Dienstpflicht sind da schon eher die Situationen, wenn ich direkt mitbekomme, wie Schüler Spicker vorbereiten oder sich Tipps geben, bei welchem Lehrer was funktioniert, um Klausuren oder Tests einfacher oder ohne Lernen zu meistern. Spicker kopieren tu ich auch nicht, und ehrlich, das haben wirklich schon viele versucht. Die Schrift der Leute sei halt nun mal klein. Ganz ehrlich, wenn man schon spicken will, dann sollten sich Schüler wenigstens die Arbeit machen, den Spicker selber zu schreiben… Bibliothekare in Öffentlichen Bibliotheken haben es da etwas leichter, denn sie kennen die Leute nicht, über die da getratscht und gepöbelt wird.

Manchmal kann ich halt nicht widerstehen…

Gestern blieb ein Notitzblock in der Bücherei liegen. Ich wollte es dem Schüler wieder zurückgeben und suchte nach Hinweisen für die Identität des Eigentümers. Die fand ich zwar nicht, dafür aber dafür viiiele vorgeschriebene Entschuldigungszettel für einen ganz bestimmten Lehrer. Bereits fertig unterzeichnet, nur das Datum musste noch eingesetzt werden. Was sollte ich denn nun machen? Der arme Schüler sollte doch seine Unterlagen zurückbekommen. Der Lehrer hatte also alles heute Morgen auf seinem Tisch im Lehrerzimmer…

Schülersprüche über Lehrer – scherzhaft oder zu viel?

Wenn lautstark über Lehrer hergezogen wird, gibt es eine unsichtbare Grenze für mich und wenn die überschritten ist und die Gespräche dann ausufern, dann schreite ich in die Gespräche durchaus auch ein. Ein ehemaliger Schüler äußerte sich einst mehrfach besonders abfällig über einige Lehrkräfte. Er war seit Jahren ein super Schüler, aber sozial gesehen eher dreist, derb und teilweise unterstes Niveau. Und er war im Schützenverein. Wenn so jemand nun „scherzhaft“ meint: „den kannste nur noch abknallen“, schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken. Dabei sind es selten die, die laut tönen, trotzdem, ein ungutes Gefühl war immer da. Besagter Schüler wird übrigens selbst bald Lehrer…

Dez 13, 2016 - Schulalltag    No Comments

Thekengeplauder

Eine halbe Stunde an der Theke in Zitaten verschiedener Kundinnen und Kunden:

  • „Laptop!“ – „Auch einen guten Tag, kann ich dir helfen?“
  • „Hört man hier den Gong?“ – „Ja, vor 5 Minuten ging die Stunde los.“
  • „Darf ich auf Klo?“
  • „Ich hab nichts gemacht!“
  • „Also ich hab jetzt gelernt. Ich kann das, nur inhaltlich halt nicht.“
  • „Tim hat einen Stäääääänder!“
  • „Mein Freund hier sucht die Blockopedia“ – „Dein Freund hat seine Zunge verschluckt?“ – guckt verständnislos zurück
  • „Guck mal, ich hab ne neue Zahnspange“ – sprachs und zeigte sie mir in der Hand (immerhin: glitzerlila!)
  • „Meine Freundin braucht für die Kopier ein wenig Blatt.“
  • „Ich will was kopieren“ – „Dann komm mal mit zum Kopierer“ – „Nee, mit dem Laptop kopieren“
  • „Kann ich das W-Lan-Passwort haben?“
  • „Welche Stunde haben wir?“
  • „Darf ich auch mehr als ein Buch auleihen?“
  • „Kann ich die Poster aus der Zeitschrift haben?“ – „Nein, bitte nicht“ – „Oh, ich hab sie schon rausgerupft“
  • „Der zeigt mir immer so eklige Sachen in der Bravo!!“
  • „Haben Sie auch so Bücher über Geschichte? Also von ganz früher und so?“
  • „Schhh, die guckt!“
  • „Das Klo ist verstopft.“

 

Dez 2, 2016 - Schulalltag    No Comments

Liebe Bibliothekare, lernen Sie Meditieren!

Ich schätze mal, alle, die mit Jugendlichen arbeiten, kennen das Gefühl, dass man manchmal einfach mal ganz laut schreiben möchte. Kämpfe um Regeln, angenervte pubertierende Gesichter, Lärm, spitze Sprüche – und die ganzen Netten, die dann nichts dafür können und dich dazu bringen, den Job dann doch wieder zu lieben. Doch das Hin und Her, das ist nicht ohne und geht an die Substanz.

Im vorletzten Schuljahr bin ich nach den Sommerferien sogar mit Bauchschmerzen in die Schule gegangen, denn ich hatte noch im Hinterkopf, wie ganz bestimmte einzelne Schüler und ich richtige Kämpfe hatten: wochenlang, zermürbend, nervend, provokant. Und dann – nix. Alles wieder gut, kurze Aussprache und seither kommen besagter Schüler und ich blendend miteinander aus. Denn Jugendliche verändern sich, werden reifer, erwachsener. Und doch, es kommen immer Neue nach.

Und das Ruhigbleiben, das habe ich mir beibringen müssen. Vieles nahm ich anfangs persönlich, denn man steckt ja viel Liebe und Herzblut in die Veranstaltungen, Projekte und Gestaltung der Räumlichkeiten. Da ist es nicht schön, wenn andere das mutwillig kaputt machen. Doch mittlerweile hab ich an meinem ganz persönlichen Abstand gearbeitet. Mit hat Meditation und Sport geholfen, einen Schritt zurückzutreten, Situationen gelassener zu beurteilen und Prioritäten für zu erledigende Tätigkeiten zu setzen.

Ob mit „Om“ oder ohne, lassen Sie den Job bei der Arbeit 😉

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