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Was „geht“ bei euch so?

Was geht? – Für mich in erster Linie ein Ausdruck für die Ausleihstatistik: was geht gut, was geht nicht so gut weg? Endlich habe ich mal wieder die Beliebtheit der verschiedenen Interessenkreise ausgewertet. Mit Hilfe der Umlaufzahl sehe ich, welche Regale pro vorhandenes Buch super Ausleihen haben und was so gar nicht gefragt ist bzw. in welchem Regal mittlerweile ein zu großes Angebot für eine zu geringe Nachfrage herrscht.

And the Winner is…

  • Belletristik: Humor, Liebe, Trouble, 16+ – dabei dümpelte unser Trouble-Regal in den letzten Jahren eher vor sich hin, man siehe: ordentliches Ausmisten und gezielte Anschaffung zeigen Wirkung
  • Sachbuch: Chemie, Hobby, Biologie, Universum, Spanisch (Überraschung!)
  • Hörbücher: Science Fiction, Krimi, Mystery, dicht gefolgt von Spannung/Grusel, Liebe, Humor, Fantasy
  • DVD: Action, Humor, Anime, Fantasy, dicht gefolgt von Freundschaft und Thriller

„Zitronen“ des Jahres gehen an:

  • Belletristik: Vampire, Gewalt, Sucht, Geschichte
  • Sachbuch: Italienisch, Fit/Schön, Musik
  • Hörbücher: Hörbücher zu Verfilmungen, Gewalt, Vampire, Geschichte, Trouble
  • DVD: Grusel/Horror (eher überraschend) und Sach-DVDs (wobei Erdkunde und Geschichte hier am besten abschneiden)

Arbeiten wir zielgruppengerecht?

Eine Überraschung erlebte ich, als ich die Ausleihzahlen mit dem Alter unserer Kunden abglich. Da unsere Hauptzielgruppe 10-20 Jahre alt ist, ging ich hier von der stärksten Nutzung pro Kunde aus – weit gefehlt:

  • 791 Kunden im Alter von 10-20 Jahren liehen 2016 genau 2297 Medien aus, also pro Kunde durchschnittlich 2,9 Medien (die 13/17- und 18-Jährigen eher mehr)
  • 45 Kunden im Alter von 31-40 liehen 2016 genau 734 Medien aus, also 16 pro Person
  • 14 Personen im Alter von 51-60 Jahren erzielten 267 Ausleihen, also 19 pro Kopf

Lehrer haben unsere Bücherei für sich entdeckt und einzelne erwachsene Kunden der Stadtbücherei wohl ebenso. Und es sind zwar nicht viele, aber die haben unsere Medien scheinbar ziemlich gern. All-Age-Bibliothek eben.

Wie sieht es in anderen (Schul)Bibliotheken aus?

Sep 27, 2016 - Medien    No Comments

Erschafft meine Traumbücher! – Weiße Flecken auf dem (Sachbuch-)Buchmarkt

Im modernen Unterricht geht es weniger frontal zu als vor vielen Jahren – so zumindest das Ziel –  (Obwohl ich letzte Woche irgendwo gelesen hab, dass der Frontalunterricht ein pädagogisches Revival bekommen soll, weil selbstständiges Arbeiten doch sehr unruhig, aufwändig und tw. weniger produktiv sein soll – aber das ist hier nicht das Thema) – Für Gruppenarbeiten ist die Schulbücherei ein idealer Platz, vorausgesetzt sie hat Platz.

Zielgruppengerechte Motivation, um Bücher auch zu nutzen

Derzeit sind bei uns einige Jahrgänge auf Klassenfahrt. Das heißt, viele Lehrer sind nicht in der Schule und haben Rechercheaufträge verteilt, die die Vertreungslehrer mit den hier gebliebenen Klassen bearbeiten. Eine unserer H9er (H=Hauptschulklasse) hat so einen Auftrag bekommen. Nett wie der Lehrer war, hat er mich vorher informiert und konnte so schon alles bereit stellen und sogar einige Tipps aufschreiben, in welchem Buch auch was genau zu finden ist. Das ist zwar viel Mühe, für eine H-Klasse mit einem trockenen Thema (EU-Komission, Europäischer Gerichtshof etc.) ist dies dennoch sehr sinnvoll, weil so der Frust, nichts zu finden, stark minimiert wird und die Schüler gleich wissen: da ist jemand, der mir hilft, wenn ich nicht klar komme.

Tolle Sachbücher gibt es – zu immer den gleichen Themen

Am liebsten wären Schülern ja allgemein viel bebilderte Bücher mit übersichtlichen Infokästen zu genau ihrem Thema – so sind sie es von Wikipedia & Co gewöhnt. Das klappt bei Rittern, Tieren und Cowboys ganz gut, es gibt da tolle Buchreihen (Was ist was, Sehen/staunen/wissen, Memo, …). Leider bedienen die immer die gleichen Themen und meist auch auf einem Niveau, das nur zu einer bestimmten Zielgruppe passt.

Wo bitte finde ich geeignete Bücher zu deutschen Bundesländern, die kein Grundschulniveau haben und keine dicken Reiseführer sind? Unsere Kleinen sind etwa 11 Jahre alt, wenn sie das Thema behandeln und da helfen Grundschulatlanten nicht viel weiter, die sind zu grob. Auch das Thema Landwirtschaft und Bauernhof kommt ausschließlich im Bilderbuch vor – und in Fachbüchern für Landwirte. Das sind ja nun keine Themen, die sehr speziell sind. Wir wollen Schüler zum Nutzen von verlässlichen Printquellen animieren, aber unser Angebot richtet sich stark nach dem aktuellen Buchmarkt und da wird es manchmal dünn.

Für unsere Integrationsklasse fehlen gute Jugendbuchtitel in einfacher Sprache, die weder Sprach-Lernkrimi für Erwachsene noch Kinderbücher sind und sprachlich weniger derb sind als die Reihen „Short & easy“ und „K.L.A.R.“. Immerhin bei diesem Thema habe ich mittlerweile hier ein paar Titel aufgetan…

Abiturienten wollen Buchquellen nutzen – aber die Themen sind tw. zu speziell

Vor allem in der Oberstufe bereitet uns die Buchbeschaffung tw. Probleme. Dann nämlich steht in unserer Schule die Facharbeit an und die Themen reichen von „Chemie des Bierbrauens“ bis „Kraftsport bei Kindern“. Dann sehe ich auch ein, dass Verlage zu so speziellen Themen keine populärwissenschaftlichen Sachbücher produzieren. Dann wäre da noch die Möglichkeit der Fernleihe, theoretisch. Aus Spargründen wurde diese Option für uns gestrichen. Immerhin kann ich Auskunft geben, wo es bestimmte spezielle Titel gibt und verweise auf Nachbarbibliotheken, die die Fernleihe noch machen. Fraglich, ob ein Schüler dann wirklich jemals so ein Angebot annimmt, wenn es so umständlich ist.

„Populäre“ Themen nur in Wellen

Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl erschienen zig Titel, sowohl Sachücher als auch Belletristik, doch diese Titel fasst heute kein Jugendlicher mehr an. Die Optik und Aktualität ließ bei den Büchern aus dieser Zeit doch stark zu wünschen übrig. Erst mit dem Reaktorunglück in Fukushima kam eine neue Welle. Darum hieß es dann: gute Titel finden, die  möglichst langlebig sind.