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Apr 18, 2017 - Schulalltag    No Comments

Und ab durchs Fenster

Es gibt so Tage, da ist die ganze Schule einfach gaga! Popcorn explodiert in unserem Chillraum, Leute stürmen rein, um direkt durchs Fenster hinten wieder rauszuklettern, alle schnattern aufgeret wild durcheinander und haben irgendwie einen kleinen Knall. Auch Lehrer, denen ich an diesen Tagen begegne, bemerken die seltsam quirlige Stimmung.

An diesen Tagen macht es fast keinen Sinn, für Ruhe zu sorgen und zu schimpfen, weil nach einer Minute wieder alle total durcheinander schreien. In den letzten Jahren wollte ich diesem Phänomen Ursachen zuordnen: Vollmond? Regen? Prüfungen, die bevorstehen? Hitze? So richtig die EINE Ursache hab ich noch nicht entdeckt, aber immerhin kämpfe ich nicht mehr gegen Windmühlen und nehme diese Tage dann hin. …und drehe selber mal ein wenig ab 🙂

Sep 23, 2016 - Schulalltag    No Comments

Schhhhh….. – Klischees sind so ätzend, und wahr.

Als Schülerin bin ich nachmittags oft in unsere städtische Bibliothek gegangen und habe mich dort mit Freundinnen zum Spielen getroffen. Und zwar ging es meist um das Spiel Halli-Galli. Wer es nicht kennt: es geht um schnelles Kopfrechnen von Obstsorten und eine Glocke. Eine GLOCKE! *RRRing* *RRing* *RRRIIIIING*

Die arme Bibliothekarin, es tut mir so leid…

Ich habe hier in meiner „eigenen“ Schulbücherei vor Jahren auch Schachspiele, Brettspiele und Uno usw. für Freistunden verliehen und so waren öde Nachmittage immer einen Besuch mit Freunden in der Bücherei wert. Das klappte etwa zwei Jahre wunderbar, es kreiste schon die Idee in meinem Kopf, ein Spielezimmer einzurichten. Dann wurde es bei einigen Spielern sehr laut, sogar Schach war zu einem lautstarken anfeuerungswürdigen Turnier geworden. Prinzipiell super, wenn sich Schüler so für Denksport begeistern können! Lernen und stilles Lesen war für andere aber nicht mehr möglich. So haben wir zeitweise als Strafe die Spiele mal nicht verliehen und dann eben wieder doch. Zu Beginn des letzten Schuljahres (und mit dem Arbeitsbeginn zweier neuer Kollegen) habe ich dann beschlossen: Schluss. Keine Spiele mehr. Ich kann nicht mehr.

Meine Schmerzgrenze bzgl. Lärm ist in den letzten Jahren stark gesunken. Wie absurd ist das denn? In einer Bibliothek! Doch nach einem meist trubeligen Vormittag will man doch nachmittags endlich in Ruhe seine Bücher katalogisieren, wichtige Briefe oder Mails tippen, Klassenveranstaltungen vorbereiten oder an der Schulzeitung basteln. Stört mich dann auch nur ein unschuldiges Gekicher einer Achtklässlerin … könnte ich ausrasten! Völlig übers Ziel hinaus, ich weiß, aber ich bin dann einfach nervlich nicht mehr so stabil wie morgens 8 Uhr und so ist meine Rauswurfquote ab 13 Uhr deutlich höher als vormittags 🙂 Jaja, beliebt mache ich  mich damit nicht. Ich verwarne auch meist vorher. Aber bei Wiederholungstätern, die dann auch noch anfangen zu diskutieren und dreist sind, sehe ich rot und der Rausschmiss kommt ohne Vorwarnung. Mittlerweile rege ich mich nicht mehr auf (zumindest arbeite ich daran…), die Herrschaften werden nett gebeten, zu gehen und meist klappt es auch ganz gut.

Ich möchte nicht so gereizt und lärmempfindlich sein und oft meckern, ich mag mich dann manchmal selber nicht leiden. Meist muss ich halt auch für Ruhe sorgen, damit andere ungestört lernen können, aber manchmal und wirklich nur ab und zu… brauche ich Ruhe einfach für mich!

Am besten ist es übrigens, wenn ich grad alle ruhig bekommen habe und seit einigen Minuten Frieden und Ruhe herrscht – und dann die Schulleitung Türe schmeißend, laut lachend und ohne Rücksicht durch die Bücherei trampelt… 😀