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Mrz 27, 2018 - Schulalltag    No Comments

Wie bringt man einen 15-Jährigen zum Weinen?

Kürzlich endete das Praktikum eines jungen Mannes in unserer Bücherei. Keine ausgesprochene Leseratte war er, aber sehr motiviert, hilfsbereit und fit am Computer. Seine Sache machte er hier sehr gut und konnte in viele verschiedene Bereiche reinschnuppern. Und heute nach dem Abschlussgespräch hatte ich noch eine kleine Überraschung für ihn. Als absolutem Manga-Fan wollte ich ihm zum Abschluss des Praktikums und als Dankeschön eine Freude machen – mit einer Manga-Figur. Da ich definitiv Null Ahnung habe, musste ich mich in den letzten tagen vortasten und herausfinden, welche Reihe nun seine liebste war. Naruto und Dragon Ball standen ganz weit oben auf seiner Liste. Auf der Leipiger Buchmesse war ich vom Angebot erschlagen und kaufe eine Figur, von der ich hoffte, dass sie die richtige wäre – und traf damit voll ins Schwarze. Der junge Mann war so glücklich, dass er sich die Tränen richtig verkneifen musste, er ist fast geplatzt vor Freude. Das ist doch mal ein schöner Start in die Osterferien 🙂

 

Aug 1, 2017 - Leseförderung, Medien    No Comments

Ich beginne… zu verstehen…

Neun Jahre gehören sie zu unserem Bestand und seit neun Jahren habe ich nur marginales Interesse an ihnen gezeigt: an unseren Mangas. Jugendliche haben beim Bestandsaufbau immer mitgeredet, die Ausleihzahlen haben stets gezeigt, welche Reihen auch weiterhin ergänzt werden sollten und die Altersangaben und Kurzinhalte der Verlage genügten, um altersgerechte attraktive Mangareihen anzuschaffen.

Ich hab es vor etwa 10 Jahren mal versucht, ehrlich. Aber mir war das damals zu schnell und hektisch und ich kam irgendwie nicht klar, ob nun nicht nur das ganze Heft oder auch jede Seite „rückwärts“ gelesen werden sollte. Nun ja, in diesen Sommerferien sollte sich das ändern. Anlass war eine junge Cosplayerin, die meinte, sie wäre mit unseren Mangas so richtig Fan – und teilweise aufgeklärt worden! Bitte? Was habe ich denn da im Regal? 😉

Nun habe ich mir die gängigsten Reihen vorgenommen und lese sie alle zumindest mal an. Irgendwie… gar nicht mal so übel. Bisher fand ich sie witzig und schräg (alle), aber auch mal sehr tiefgründig („The end of the world“), irgendwie immer mit einer gewissen sexuellen Note („Chobits“ – ernsthaft, sooo ticken Jungs in dem Alter??), oder auch mal düster und spannend („Tokyo Ghoul“). Nun ja, ein super großer Fan werde ich nicht, aber ich beginne zu verstehen, woher die Faszination kommt und mittlerweile erscheinen mir auch die Zeichnungen gar nicht mehr übertrieben unrealistisch, sondern eher teilweise puristisch und mit viel Platz für eigene Fantasie.

Einzig das mit den Namen ist echt schwierig für mich. Ich brauche ja schon ein ganzes Schuljahr, um neue StammkundInnen halbwegs namentlich auf die Reihe zu kriegen, aber die Manga-Namen, tja, da zeigt dann halt oft der Kontext, wer das nun eigentlich ist. Immerhin hab ich jetzt mehr auf dem Schirm, worum es in den Mangas geht und kann gezielter empfehlen. Und ab und zu selber mal einen lesen.