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Mit Power und Miau…

… – das fasst das Praktikum einer ambitionierten junge Dame in unserer Bücherei zusammen. Die Studentin wollte die ungefüllte Zeit am Ende des Studiums nutzen, um hinter die Kulissen unserer Bücherei zu schauen. Und wir haben profitiert! Viele Idee, neue Blickwinkel und eine unheimlich motivierende Katzen Mitmach-Geschichte hat unsere jungen kunden begeistert und zum Lesen verführt.

Hier der dekorative Medientisch der Praktikantin und ihr eigener Blick aufs Praktikum hier.

 

Jan 27, 2017 - Leseförderung    No Comments

Die stempelnde Bibliothekarin ist zurück!

Ich habe eine Tasse, so eine mit meinem Berufsbild drauf. Die, die man geschenkt bekommt, weil der andere zufällig weiß, dass man Bibliothekarin ist. Ich besitze auch ein unfassbar hässliches Bibliothekar-Räuchermännchen, aber das nur am Rande. Auf diese Tasse ist davon die Rede, dass Bibliothekare typischerweise stempeln. Ich hab das noch nie gemacht. Was soll ich auch stempeln? Obwohl – für geprüfte Rechnungen hab ich mir mal einen Stempel angefertigt, weil es genervt hat, fast täglich „Sachlich und rechnerisch richtig“ zu schreiben. Aber sonst?

Das ändert sich jetzt! Seit einigen Monaten haben wir Sammelheftchen für unsere probeleser-aussenFünftklässler eingeführt, in dem sie Bonusstempel sammeln können für Gelesenes. Bücher, Zeitschriften, kurze Geschichten, egal – sehr niederschwellig und belohnend soll das Projekt „Probeleser“ wahrgenommen werden. Eine Schülerin hat uns ein schönes Logo gezeichnet und stellte es uns für die Gestaltung des Stempelheftchens zur Verfügung. Für 10 Stempel gibt es einen Wahnsinnspreis im Wert von etwa 50 Cent. Und es funktioniert! Und wie! Wir hatten gleich zu Schuljahresbeginn über 60 Anmeldungen. Nach 5 Monaten sind immerhin 25 aktive Probeleser noch dabei. Sogar ein Siebtklässler aus einer Hauptschulklasse sammelt mit und hat gerade sein drittes Stempelheft begonnen. Die Preise sind den Teilnehmern nicht wirklich wichtig. Vielmehr genießen die meisten das Gespräch mit mir über die Bücher. Sie sind stolz, ein ganzes Buch oder zumindest viele Artikel einer Zeitschrift gelesen zu haben! Und da ist jemand, der ihnen staunden zuhört. Nebenbei lernen die Teilnehmer mit der Zeit, Inhalte prägnant zusammenzufassen – absoluter Selbstschutz für uns! – und können auf das bereits „geschaffte“ stolz in dem Stempelheft zurückblicken.

Vielleser machen auch mit, sind aber eher die Ausnahme. Überraschenderweise schlug die Aktion vor allen bei denen an, die Bücher mögen, aber eben einfach langsam sind und denen das Lesen allgemein schwer fällt.

Dez 30, 2016 - Medien    No Comments

Eine Lesebiografie – Bücher, die mich prägten

Meine ersten richtig heftigen Kopfschmerzen hatte ich in der zweiten Klasse! Ich hatte an einem Samstag gemerkt, dass ich all die Micky Maus-Hefte, die ich schon lange gesammelt hatte, nun auch wirklich lesen konnte! Und an nur einem Tag arbeitete ich mich bäuchlings auf dem Boden durch alle Hefte! Die Stadtbibliothek war da schon lange mein zweites Zuhause und nach den vielen Bibi Blocksberg Kassetten (mal ehrlich, Benjamin Blümchen war doch was für Weicheier) entdeckte ich die Bücher.

unbenannt-1Stolz war ich dann, als ich mit 8 oder 9 Jahren ein komplettes Buch gelesen hatte, an einem Tag! Meine Uroma zollte mir gebührenden Respekt, dass ich die Geschichte von Mogli und Balu so schnell und fieberhaft durchgearbeitet habe. So angestachelt ließ mich das Lesen nicht mehr los. Meine Eltern lasen nicht wirklich viel, aber ich besuchte Zauberschulen mit Harry, lernte Respekt vor Religionen („Um Füße bat ich und er gab mir Flügel“), traf Freitag auf der Insel, erforschte die menschlichen Abgründe mit Christiane F. und Tess Gerritsen, flüchtete mit einem deutschen Kriegsgefangenen quer durchs eisige Russland („So weit die Füße tragen“) und lernte den Dalai Lama kennen („Sieben Jahre in Tibet“). Sogar in die damalige Zukunft ließ mich Orwell blicken…

Mittlerweile, nach Jahren der Jugendliteratur mit „Obsidian“en, „Numbers“ des Todes in Augen, Edwards mit den spitzen Zähnen, miesen Verrätern des Schicksals (Green) und Dystopien ohne Ende, bereise ich Afghanistan („Wer weint schon um Abdul und Tanaya“) und lerne, neue Blickwinkel einzunehmen und über meinen Tellerrand zu blicken. Ich tendiere derzeit mehr zu Sachtexten, eine schöne  Abwechslung zu Komissar Kugelblitz & Co…

Ich lese – es prägt mich – und ich liebe es.

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