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Apr 3, 2018 - Schulalltag    No Comments

Du kommst hier net raus – Teil 2

Neues aus der Kategorie: geht’s noch etwas ekliger? Neulich schnitt sich ein Kollege an meinem (!) Schreibtisch unverblümt mit meiner Bastelschere die Fingernägel. Warum?? Ja, das wäre natürlich jetzt nur mal, weil er da was hätte, aber kann man vielleicht erst mal nach einer Nagelfeile fragen? Ich hab so was immer da. Nicht direkt am Schreibtisch, aber wir haben hier auch eine Toilette mit einem Schränkchen. Ganz ehrlich, muss das sein? Aber witzigerweise schlug das Karma heute zu: selbige Person kam heute nicht mehr aus unserer Küche raus. Das Türschloss verhinderte ein Öffnen, obwohl gar nicht abgeschlossen war. Wenn ich hier nicht einfach wegkomme, wenn sich Kollegen bei mir die Nägel schneiden – dann du auch nicht! So.

Okt 18, 2016 - Schulalltag    No Comments

Die Schule – das schwarze Loch

Tolle Idee! Super Veranstaltung! Aber ohne mich.

Kürzlich hatten wir einen „runden Tisch“. Vertreter aller weiterführenden Schulen waren eingeladen worden, um gemeinsam zu beraten, wie die Stadtbücherei am besten Lehrer und ihren Unterricht unterstützen könnte. Von Stadtbücherei-„fernen“ Schulen kam… 1 Person. Das Interesse schien also nicht wirklich vorhanden zu sein. – Dachten wir. Viele hatten aber schlicht die Einladung nicht bekommen. Schulen sind zeitweise wie große schwarze Löcher: Informationen versickern im Nirgendwo.
Da hilft meist nur die persönliche Ansprache und das nochmalige Erinnern und einfach das direkte Gespräch. Doch ganz ehrlich: welche Stadtbibliothek kann so was machen? In unserer kleinen Stadt gibt es hunderte Lehrer an weiterführenden Schulen – da bräuchten wir eine einzelne Person nur dafür. Wir haben dann einen Kompromiss gefunden: künftig werden entsprechende Fachleiter informiert und geben die Informationen gezielt weiter. Dafür müssen wir nun aber jährlich die aktuellen Fachsprecher in Erfahrung bringen.

Ein Lehrer ist ein scheue Reh 😉

Außerdem habe ich ja wirklich absolutes Verständnis für Lehrer und ihren turbulenten Alltag. Darum serviere ich Informationen gezielt, häppchenweise, gut lesbar aufbereitet und kurz. Niemand will noch mehr Arbeit. In ausgelatschten Schuhen läuft es sich auch außerdem am besten, warum Neues ausprobieren? Wenn ich Projekte bewerbe, animieren will, die Bücherei auch für den Unterricht mehr zu nutzen oder Lesungen bewerbe… ich muss mich immer wieder neu zu motivieren. Wenn nach gefühlten 50 Erinnerungen dann keiner interessiert ist, frustriert das ungemein. Und mit Sicherheit kommt danach immer jemand, der sich beschwert, bestimmte Dinge nicht gewusst zu haben. Dann heißt es einfach: nicht persönlich nehmen, immer wieder anbieten und hoffen, dass es irgendwann die Runde macht.

Schulbibliotheken etablieren sich nach 5-10 Jahren

So beriet mich bei unserer Eröffnung ein Fachkollege und senkte gleich meine euphorischen Erwartungen, nun so nah an Lehrern die Welt aus den Angeln heben zu können. Immerhin, es hat bei uns etwa 4 Jahre gedauert, um gut Fuß zu fassen und nach nun 8 Jahren sind wir eine feste Größe. Wir haben seit einigen Jahren einen Kooperationsvertrag mit allen wichtigen Partnern (dazu im nächsten Artikel mehr). Ja, wir sind angekommen. Aber das Kollegium wandelt sich und wir müssen weiter werben. Steter Tropfen höhlt den Stein, aber unsere Steine gehen nach einigen Jahren und die nächsten kommen 🙂 Nicht entmutigen lassen!

Sep 30, 2016 - Schulalltag    No Comments

Du kommst hier net raus! – Privates und Arbeit

Wie stark darf Persönliches bei der Arbeit eingreifen? Eigentlich gar nicht, das wäre am gesündesten. Wenn man aber seinen Job mit Herzblut macht und viel mit Menschen zu tun hat, lässt sich das nicht vermeiden – und das ist auch gut so. Es schafft eine freundliche Athmosphäre, Kunden fühlen sich gleich willkommen und freuen sich, wenn man sich an ihre Vorlieben erinnert und ihnen Medien empfiehlt. Der kleine Plausch an der Ausleihtheke gehört einfach dazu. Und da ich seit nun 8 Jahren an der gleichen Schule bin und unser Kollegium ziemlich groß ist, entwickeln sich auch mal Freundschaften. Das ist alles wunderbar.

Und dann gibt es da Kunden – ob groß und klein – die erzählen dir alles. Und ich meine wirklich alles – auch das, was man eigentlich nicht wissen wollte und was man normalerweise seiner Bibliothekarin, seinem Bäcker, seinem Heizungsinstallateur nicht erzählen würde. Nun ja, Kinder sind da oft recht großzügig mit privaten Erzählungen, aber auch immer mehr Erwachsene öffnen sich. Das zeugt von Vertrauen und schmeichelt mir, aber manchmal ist es eben doch zuviel.

„Wir müssen uns unbedingt mal treffen!“ – Hm, naja, ich will aber nicht. Oder wenn manche mein Büro verlassen, muss ich erst mal lüften, weil der Zigarettenduft mir meinen Kopf vernebelt. Doch wie bringt man so etwas jemandem schonend bei? Ich kann hier von meinem Büro nicht weg und höre mir so viele Wehwehchen an. An meiner Tür sollte manchmal eher ein Sprechstundenschild hängen, weil sich meine lieben Kollegen die Klinke in die Hand geben, um bei mir mal alles rauszulassen. Das ist natürlich interessant, das will ich gar nicht bestreiten 🙂 Ich bekomme auch viel mit, was grad so in der Schule los ist und kann so Projekte unterstützen, von denen ich da zum ersten Mal höre. Aber manchmal bringt mich das auch immer wieder in Zwickmühlen: schließlich reden Kollegen auch oft übereinander und ich möchte nicht fies lästern, während die betreffende Person grad zur Tür raus ist. Hmpf…

Manches erledigt sich mit neuen Stundenplänen der Kollegen von allein. Und manchmal kommt grad eine Klasse, um die ich mich kümmern muss…

Aug 29, 2016 - Schulalltag    No Comments

Endlich oder oh nööö? – Der erste Schultag nach den Sommerferien!

Da geht es Schülern, Lehrern und allen, die in Schulen arbeiten, glaub ich, ähnlich. Die Ferien sind zu Ende und obwohl ich selbst lange kein Schüler mehr bin, ich bin immer ein klitze klein wenig aufgeregt, wenn die Schule wieder los geht. Das hat eigentlich auch eher damit zu tun, dass ich nicht weiß, ob ich vergessen habe, irgendwas vorzubereiten – denn wenn es richtig trubelig ist, wäre das gut, wenn wichtige Listen da sind, alle möglichen Erstinformationen bereit liegen und Projekte grob vorbereitet sind.

Wehmütig möchte ich vor allem beim Weckerklingeln die Ferien ein wenig verlängern – und doch: es ist schon schön, wenn es wieder los geht. Einige(s) hat man sicher nicht vermisst, über andere(s) freut man sich nach den ruhigen Wochen doch wieder. Nur schwanke ich immer zwischen am Anfang möglichst streng meine Regeln durchsetzen, damit wird das ganze Schuljahr gleich entspannter, auch für meine Kollegen, weil gleich alles klar ist. Oder bin ich etwas nachsichtig, weil ja doch viele neue Schüler und Lehrer an der Schule sind und vieles nicht wissen können. Ich wirke dem mit kurzen Einführungen in Klasse 5 und 11 entgegen. Da erwische ich die meisten Neuen. Aber wann bittet man die Klassenlehrer und Tutoren um Terminevereinbarungen? Erster Schultag? Super stressig! Allerdings ist ab 11 Uhr (bei uns) dann kein Unterricht mehr und es wäre Zeit, mal einen Termin auszumachen. Oder lieber zweite Schulwoche? Dann stehen einige Klassenfahrten an und viele sind nicht da. Den perfekten Zeitpunkt zwischen noch nicht zu nervig früh und nicht zu spät muss noch austarriert werden…

Aug 26, 2016 - Schulalltag    No Comments

Der Reset-Knopf: ein neues Schuljahr

Das Silvester der Lehrer und Schüler, der Neubeginn, der Reset-Knopf im Schulalltag: der Beginn des neuen Schuljahres. Lehrer nehmen sich vor, in diesem SJ endlich Ordnung in ihr Chaos zu bringen, Arbeiten endlich rechtzeitig zu schreiben und die Unterlagen diesmal alle früher beisammen zu haben, um nicht gegen Zeugnisphase wieder ins Schwitzen zu kommen. Der beste Platz im Lehrerzimmer muss ergattert werden – schließlich will man nicht das ganze Jahr neben Frau Quatsch-mir-die-Ohren-blutig oder Herrn Oberlangweilig sitzen… Da sind Lehrer nicht anders als Schüler. Und wie jeder andere auch.

Auch ich hab meinen Kram endlich mal wieder in Ordnung gebracht, sogar unliebsame Aufgaben wie mal wieder Regale feucht auswischen, Katalogfehler bereinigen oder die Festplatte in Ordnung bringen, wurden (fast alle) erledigt. Denn das ist ein großer Vorteil der Bibliotheksarbeit in einer Schule: die Sommerferien! Ich gehe ich natürlich arbeiten, aber es ist endlich mal Zeit für all die tausend Kleinigkeiten, die sonst liegen bleiben. Kunden kommen auch, aber sooo viel seltener… Zurück zum Reset-Knopf. Es scheint ein himmlischer Zustand, jetzt nochmal ganz von vorne anfangen zu können und in diesem SJ alles so zu machen, wie man eigentlich sollte: sich nicht stressen lassen und alles gelassener hinnehmen und endlich Ordnung halten.

Und dann kommt sie: die erste Konferenz! Und mit ihr die neuen Stundenpläne – und alles Positive wird sogleich gaaaanz schlimm und furchtbar stressig. In meinen Jahren in der Schule habe ich selten erlebt (aber doch, es KAM vor), dass ein Lehrer zufrieden mit seiner Stundenverteilung war. Und immer sind es „die da oben“, die Schuld haben. Über hundert Lehrer und über 1800 Schüler zu koordinieren, stelle ich mir nicht allzu leicht vor – zumal in jedem Schuljahr kurzfristige Änderungen durch Ausfall einiger Kollegen dazukommen.