Tagged with " Jugendjury"

Feedback von Jugendlichen bekommen – nur wie?

Die Bibliothek will den Raum, das Medienangebot und die Veranstaltungen für Jugendliche so gestalten, dass sie diese annehmen und gut finden – leichter gesagt als getan. Dann ist es toll, wenn man eine Gruppe Jugendlicher hat, die man mal fragen kann. Naja, falls sie antworten. In die Runde gefragt, was man denn verbessern könnte oder welche Ideen und Wünsche es gibt, schaut man oft in Fragezeichen-Gesichter. Diese Spontan-Umfragen sollten also geplant sein und an die Kommunikationskanäle der Zielgruppe andocken. In meiner Jugendjury wollte ich herausfinden, was die Mitglieder gut finden, was sie gern ändern würden, wie oft sie sich treffen wollen, ob ihnen der Juryname eigentlich gefällt usw.

Ein Erfahrungsbericht:

  1. Direkt fragen beim Jurytreffen – keine Antworten, leichte Überforderung aufgrund des plötzlichen Überfalls, keine Anonymität
  2. Direkt fragen nach 2-wöchiger Vorlaufzeit – keine Antworten, niemand hatte sich Gedanken zum Thema gemacht
  3. Eine anonyme Pinnwand in der Bücherei für das Festhalten spontaner Eingebungen der Jugendlichen – wochenlang gähnende Leere (immerhin hier: Anonymität möglich)
  4. Eine Online-Umfrage, Link wurde per Mail verschickt – nichts passiert
  5. Dieselbe Online-Umfrage, Link per WhatsApp verschickt:  innerhalb der ersten 15 Minuten antwortet 1/3 der Gruppe und bearbeitet die komplette Umfrage – in der Unterrichtszeit.
    (Update: Nach 4 Stunden haben fast alle bereits teilgenommen.) – sehr zu empfehlen.
Feb 28, 2017 - Leseförderung, Schulalltag    No Comments

Macht abgeben – Partizipation leben

Ein großes Thema in Remscheid zum #konkiju17 war auch Partizipation von Kindern und vor allem Jugendlichen in der Bibliotheksarbeit. Sprich: können die Jugendlichen auch mitgestalten?  Mit dem Literanauten-Projekt und in unserer Schulzeitung setzen wir das super um – dachte ich bisher.

partizipation-konkiju17Beispiel Schulzeitung

In der Schulzeitung hatten wir kürzlich einen Bericht zum Schulfest. Er war seeehr negativ (meine Meinung). Ich empfand den Tag des Schulfestes selber aber als schön. Der Jungautor hatte vorbildlich ein paar Leute befragt und neutral bis negativ berichtet – so, wie es eben in deren Augen war. Mir fehlte im Text komplett ein Teil, nämlich, was wirklich alles stattgefunden hatte an jenem Tag. Und die Fotos zeugten von viel Spaß und guter Laune – zum Text passte das nicht. Ich habe vorsichtig den Text um einige Fakten ergänzt. Das Ergebnis: Schüler war beleidigt. Hm. Mist. Und nicht beabsichtigt.

Mutige Kritiker gesucht

Es hat mich persönlich verletzt, dass all dieser Frust der Redaktion ausgerechnet dann zu Tage kam, als ich nicht anwesend war. Doch ich muss Profi sein, darf nicht beleidigt sein und muss drüber stehen. Und hoffen, dass sich die kritischen Stimmen das nächste Mal trauen, mich direkt anzusprechen. Und ich muss mehr zulassen. Boah, das ist schwer. Man bin ich ein Schisser. Ich bin auch für authentisch und mitmachen und echte Partizipation! Wieso fällt mir das so schwer? Weil es dann vielleicht nicht so hübsch aussieht?

Wenn ich die Jugendgruppen einfach mal loslegen lasse, fällt mir das Zurücklehnen sehr schwer. Ich sehe, welche Probleme die Wege (wahrscheinlich) mit sich bringen und will helfen. Partizipation bedeutet ja nicht, die Jugendlichen gegen eine Wand laufen zu lassen, sondern zu unterstützen, wo es nötig ist und ihnen Freiräume zur Gestaltung zu lassen.

Beispiel Jugendjury

Jetzt wird also alles in Frage gestellt. Mit meiner Jugendjury fange ich heute an. Damals mit Jurygründung haben alle alles mitbestimmt und wir haben uns mit der Zeit perfektioniert. Doch wir haben komplett neue Mitglieder. Wie wollen die denn sein? Was wollen sie machen? Wie soll deren Jury funktionieren? In 2 Stunden ist das nächste Treffen und ich werde es versuchen, es eben mal nicht selber zu machen.