Nov 21, 2017 - Leseförderung    No Comments

Hexen-Hut ab!

Mit Jugendlichen Events auf die Beine stellen, das kenne ich durch die Literanauten. Dass Termine nicht klappen, dass jeder mal wieder motiviert werden muss – inklusive mir – das kenne ich auch. Nun habe ich mit einer Jugendgruppe aus dem Nachbarort und unseren Jugendlichen zusammen ein Harry Potter Wochenende mit organisiert und war absolut baff. Vorher hätte ich am liebsten in den Tisch gebissen, weil die Kommunikation zwischen den Gruppen fast nicht vorhanden war und keiner so richtig wusste, was da auf uns zukommt.

Und dann kam der Freitag und ich sah motivierte Jugendliche, die bis nachts eine Turnhalle in die große magische Hogwartshalle verwandeln, die von Samstagmorgen bis Sonntagnachmittag ein Spitzen-Programm für die Kinder zaubern, Jugendliche, die an die Medikamente der Kids denken noch bevor die es tun, Jugendliche, die – sogar bevor die kleinen Zauberer und Hexen aus ihren Schlafsäcken krabbeln – noch schnell eine polnische Schwimmstunde für den Nachmittag vorbereiten, die sie ehrenamtlich leiten und die immer noch freundlich und entspannt sind und einfach eins nach dem anderen machen und alles nicht so eng sehen. Da kann man sich durchaus mal ne Scheibe abschneiden, Frau Ausleihulla. Hut ab! Zum Bericht der Veranstaltung gehts hier.

 

Nov 14, 2017 - Skurriles    No Comments

Die dunkle Seele der Sims-Spieler

Sims ist ja wohl das Puppenhaus am PC, klar – oder Konsole oder was weiß ich. Es gibt zahlreiche Foren, in denen die Sims-Spieler sich austauschen, wie man die Sims am besten sterben lassen kann. Eine „Expertin“ auf diesem Gebiet war auch gerade an der Ausleihtheke und lieh eine Sims-Erweiterung aus. Wir kamen so ins Plaudern und ihre Lieblingsmasche ist folgende:

Baue vier Kamine im Viereck, Sims rein, anzünden, zugucken. Im Wohnzimmer normal Feuer machen, ginge ja nicht, die Sims hauen dann einfach ab und könnten dann sogar über die Couch springen.

Bääm, da weißt du gar nicht, was du sagen sollst – zumal die Erweiterung, die sie eben entliehen hat, „Lebensfreude“ war…

Nov 10, 2017 - Leseförderung    No Comments

#DeutscherLesepreis – schon komisch so was.

Ich kam heute aus Berlin zurück. Dort wurde uns der Deutsche Lesepreis für das  Gesamtkonzept unserer Schule verliehen. Das war irgendwie surreal. Dass sich wirklich Prominente der Fachwelt und auch welche, die man eher aus Krimis der ARD kennt, so sehr mit den eigenen Projekten beschäftigen, ist irgendwie komisch.

Man wurschelt so durch den Alltag, entwickelt Ideen, setzt sie um, scheitert oder auch nicht. Und dann wird das auf Bundesebene wahrgenommen und geehrt, das ist schon toll. Und irgendwie ist es schade, dass so viele kleine Bibliotheken, so viele tolle Schulen sich nicht trauen, bei solchen großen Preisen eine Bewerbung einzureichen! Oder schlicht keine Zeit haben für so was. Und es oftmals gar nicht wissen, dass es so was gibt. Dabei gibt einem gerade ein solcher Abend, solch großes Feedback aus der Fachwelt und der Presse eine Bestätigung und Motivation, zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Aber kommt das auch immer so bei unserer jugendlichen Zielgruppe an? Fragen Sie einen beliebigen Schüler meiner Schule: wird er auch sagen „jaja, die machen großartige Leseförderung!“ Ich glaube, eher nicht. Unsere Ergebnisse sind nicht wirklich messbar. Vielleicht – und hoffentlich – kommen Schüler meiner Schule selbstverständlicher in Bibliotheken und vielleicht stempeln sie Freunde, die Bücher mögen, nicht gleich vollends als Book-Nerd ab. Vielleicht. Ich weiß es nicht.

Aber ich kann es hoffen und Kraft schöpfen aus solch Ehrungen wie dieser. Danke!

Und jetzt all ihr kleinen Bibliotheken, Buchclubs und Schulen: zeigt, was ihr Tolles macht! Ihr leistet Großartiges, manchmal muss es einem nur jemand von außen mal wieder vor Augen führen.

Nov 7, 2017 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Die heimlichen Opfer der Ausleihulla

Jetzt packt sie aus! Es reicht! Sie wird behandelt, als ginge es nur darum, sie aus dem Weg zu räumen. Tagein, tagaus gibt sie alles, und doch fühlt sie sich am Tagesende leer!

Und dann hört sie sie nahen – diese Ausleihulla! Sie spült sie, die Teekanne. Und die Kanne beginnt zu zittern. Zu viele hat sie schon vor ihrer Zeit zu Bruch gehen sehen. Wird sie die nächste sein? Nach einem Büchereitag will diese Ausleihulla immer nur schnell schnell schnell -und dann weg! Wird es wieder Scherben geben? Egal ob Keramik, Porzellan oder Glas, die Ausleihulla hat in den letzten Jahren schon 8 Teekannen geschrottet.

Und sie gelobt Besserung 😉 Die neuste wurde nur verletzt und verarztet!

Okt 31, 2017 - Schulalltag    No Comments

Medienkompetenz? *aaaargggh*

Die „Digital-Natives“ surfen sich von der Weimarer Republik über den Lebenslauf und die Klausur alles zusammen, was sie brauchen und müssen nicht mehr wissen, WAS sondern WO. Das Problem: schon die Unterscheidung zwischen Betriebssystem und Browser ist nicht klar. Eine Mail zu schicken, eine Herausforderung, von Mailanhang brauchen wir gar nicht reden. Dass unser Bücherei-Drucker nicht direkt vom privaten Smartphone drucken kann (noch dazu nicht mal in Farbe), ist absolut hinterwäldlerisch in den Augen der Jugendlichen. Ein Scan, eine Kopie oder ein Ausdruck – wo ist der Unterschied? In Gedanken habe ich schon so oft den USB-Stick der Schüler auf den Kopierer gelegt, aber ich fürchte, sie würden den Witz dahinter nicht mal verstehen.

Eine Schülerin wollte grad ihren Lebenslauf drucken – da hat ihr unser Schul-System, das auf den Rechnern ist, einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn direkt aus dem Netz kann nicht gedruckt werden bei uns…

 

Ein Schauspiel 😀

 

„Speichern, ja, ähm, aber das ist doch hier.“

„Ja, aber eben nur online, du musst das runterladen.“

„Hä?“

„Okay, von vorne. Auf welcher Seite bist du?“

„Äh, keine Ahnung, die hier.“ (Xing) „Da hab ich grad aber was eingegeben und der macht das einfach nicht.“

„Der nutzt die Daten, die du vorher eingegeben hast und erstellt einen Lebenslauf gleich im fertigen Design.“

„Wie meinen Sie das?“

„Hast du den Lebenslauf selber geschrieben?“

„Ich hab da drauf geklickt, dann war das da.“

„Genau, aber du kannst nichts verändern und drucken geht nicht wegen diesem System, das wir auf den Rechnern haben.“

„Aber ich will das nur fix drucken“

[ich atme tief durch]

„Pass auf, komm mal mit an meinen Rechner, druck es da, ich hab keine Sperre für Websites.“

[gesagt, getan, Website aufgerufen, ich hole mir Kaffee]

„Wie seh ich jetzt meine Daten?“

„Du musst dich anmelden“

„Ach so. […] Alles ist weg, der hat nichts gespeichert.“

„Hast du morgen Nachmittag Zeit? Ich zeig dir mal ein Programm, damit kann man schreiben und dann schickst du dir das als E-Mail.“

„Ich hab keine Mailadresse.“

„Wie bist du bei Xing angemeldet?“

„Aaah, aber ich weiß das Passwort nicht.“

 

[Ausschnitt zu Ende, das führt einfach zu weit…]

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