Nov 29, 2017 - Schulalltag    No Comments

Sollen wir oder sollen wir nicht?

Die Verlockung ist schon seit Jahren da. Er kommt so nett daher und manchmal sehne ich mich danach, auch Schüler, wie ich weiß. Aber wird damit die Lösung zur Ursache?

Es geht um einen Automaten für Ohrstöpsel. Das sieht nett aus und ist sehr praktisch, immerhin kostet er die Bücherei nichts, die Nutzer zahlen 1,- Die Ohrstöpsel können natürlich mehr als ein Mal verwendet werden. Ich weiß, dass viele dankbar wären, ich selber bunkere für „Notzeiten“ auch schon die kleinen Geräuschunterdrücker in meiner Schublade.

Aber…

…und darum wird das nichts mit uns beiden: ist der Automat erst einmal da, habe ich keine Argumente mehr, dass hier eine gewisse Arbeitsatmosphäre und Ruhe herrschen sollte. In den Pausen habe ich das sowieso aufgegeben, aber in Freistunden geht es auch hin und wieder hoch her. Am liebsten habe ich die Antwort von Schülern, dass doch außer ihnen keiner da sei… Grrrrh, hallo? Ich lebe, ich möchte etwas arbeiten und nein, ich möchte die Bravo nicht laut vorgelesen bekommen. Zugegeben, manchmal ist so ein Gespräch durchaus interessant, aber unser Raum ist brutal hellhörig. (ein kleiner Pups eines älteren Herren gaaanz hinten in der Bücherei, den ich bis ins Büro gehört habe, bestätigt das!)

Also, der Automat und ich, das wird eher eine Was-wäre-wenn-Geschichte bleiben.

Nov 21, 2017 - Leseförderung    No Comments

Hexen-Hut ab!

Mit Jugendlichen Events auf die Beine stellen, das kenne ich durch die Literanauten. Dass Termine nicht klappen, dass jeder mal wieder motiviert werden muss – inklusive mir – das kenne ich auch. Nun habe ich mit einer Jugendgruppe aus dem Nachbarort und unseren Jugendlichen zusammen ein Harry Potter Wochenende mit organisiert und war absolut baff. Vorher hätte ich am liebsten in den Tisch gebissen, weil die Kommunikation zwischen den Gruppen fast nicht vorhanden war und keiner so richtig wusste, was da auf uns zukommt.

Und dann kam der Freitag und ich sah motivierte Jugendliche, die bis nachts eine Turnhalle in die große magische Hogwartshalle verwandeln, die von Samstagmorgen bis Sonntagnachmittag ein Spitzen-Programm für die Kinder zaubern, Jugendliche, die an die Medikamente der Kids denken noch bevor die es tun, Jugendliche, die – sogar bevor die kleinen Zauberer und Hexen aus ihren Schlafsäcken krabbeln – noch schnell eine polnische Schwimmstunde für den Nachmittag vorbereiten, die sie ehrenamtlich leiten und die immer noch freundlich und entspannt sind und einfach eins nach dem anderen machen und alles nicht so eng sehen. Da kann man sich durchaus mal ne Scheibe abschneiden, Frau Ausleihulla. Hut ab! Zum Bericht der Veranstaltung gehts hier.

 

Nov 14, 2017 - Skurriles    No Comments

Die dunkle Seele der Sims-Spieler

Sims ist ja wohl das Puppenhaus am PC, klar – oder Konsole oder was weiß ich. Es gibt zahlreiche Foren, in denen die Sims-Spieler sich austauschen, wie man die Sims am besten sterben lassen kann. Eine „Expertin“ auf diesem Gebiet war auch gerade an der Ausleihtheke und lieh eine Sims-Erweiterung aus. Wir kamen so ins Plaudern und ihre Lieblingsmasche ist folgende:

Baue vier Kamine im Viereck, Sims rein, anzünden, zugucken. Im Wohnzimmer normal Feuer machen, ginge ja nicht, die Sims hauen dann einfach ab und könnten dann sogar über die Couch springen.

Bääm, da weißt du gar nicht, was du sagen sollst – zumal die Erweiterung, die sie eben entliehen hat, „Lebensfreude“ war…

Nov 10, 2017 - Leseförderung    No Comments

#DeutscherLesepreis – schon komisch so was.

Ich kam heute aus Berlin zurück. Dort wurde uns der Deutsche Lesepreis für das  Gesamtkonzept unserer Schule verliehen. Das war irgendwie surreal. Dass sich wirklich Prominente der Fachwelt und auch welche, die man eher aus Krimis der ARD kennt, so sehr mit den eigenen Projekten beschäftigen, ist irgendwie komisch.

Man wurschelt so durch den Alltag, entwickelt Ideen, setzt sie um, scheitert oder auch nicht. Und dann wird das auf Bundesebene wahrgenommen und geehrt, das ist schon toll. Und irgendwie ist es schade, dass so viele kleine Bibliotheken, so viele tolle Schulen sich nicht trauen, bei solchen großen Preisen eine Bewerbung einzureichen! Oder schlicht keine Zeit haben für so was. Und es oftmals gar nicht wissen, dass es so was gibt. Dabei gibt einem gerade ein solcher Abend, solch großes Feedback aus der Fachwelt und der Presse eine Bestätigung und Motivation, zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Aber kommt das auch immer so bei unserer jugendlichen Zielgruppe an? Fragen Sie einen beliebigen Schüler meiner Schule: wird er auch sagen „jaja, die machen großartige Leseförderung!“ Ich glaube, eher nicht. Unsere Ergebnisse sind nicht wirklich messbar. Vielleicht – und hoffentlich – kommen Schüler meiner Schule selbstverständlicher in Bibliotheken und vielleicht stempeln sie Freunde, die Bücher mögen, nicht gleich vollends als Book-Nerd ab. Vielleicht. Ich weiß es nicht.

Aber ich kann es hoffen und Kraft schöpfen aus solch Ehrungen wie dieser. Danke!

Und jetzt all ihr kleinen Bibliotheken, Buchclubs und Schulen: zeigt, was ihr Tolles macht! Ihr leistet Großartiges, manchmal muss es einem nur jemand von außen mal wieder vor Augen führen.

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