Apr 24, 2018 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Muff Muff Bibo

Frühling lässt sein Duftband wieder flattern durch die Bücherei… Und dabei sind keine Blumen gemeint, nein. In den letzten Tagen läuft man beim Bücher zurücksortieren mancherorts gegen eine Aftershave-Wolke. Oder muss einen Vanille-Nebel durchqueren. Heute roch eine Schülerin so lecker nach Mango, dass ich Lust auf einen Obstsalat bekam!

Obgleich… es gibt auch andere Gerüche… Einmal im Monat muss ich den Boden der Personaltoilette gießen, weil der Abfluss im Boden sonst seltsame Gerüche nach oben drückt. Noch zwei Grad mehr draußen und die Vanillewellen mischen sich mit dem lieblichen Turnhallenmuff einer Mittelstufenklasse. Und der süßliche Verwesungsgeruch stammt wohl der klischeehaft verbotenen Frucht, die zwischen Programmiersprachen und PoWi-Wälzern unterm Regal vor sich hingammelt.

Aber ich bin ein positiver Mensch! Ich will gute Gerüche. Kaffee zum Beispiel. Los geht’s!

Apr 10, 2018 - Schulalltag    No Comments

Wisch und weg – ist die Haptik

Ich bin ein großer Fan von Tablets & Co – (und jetzt kommt das große allseits zitierte – denn was davor steht, sei meistens eh gelogen – ) ABER: scheinbar kann man manche Dinge nicht am Tablet lernen: Knoten machen zum Beispiel.

In Büchereinächten, wenn wir Bücherwürmchen zusammen basteln, oder an Projekttagen merke ich das immer wieder. Neulich habe ich mit einer Klasse Bommeln gebastelt (die kleinen Lesebazillen). Die Haupthürde war nicht nur das Loch, das man in eine Pappe halbwegs rund hinein schneiden muss. Das größte Problem war es, mehrere Fäden Wolle in der gleichen Länge abzuschneiden. Die Steigerung: Beinchen für die Lesebazillen – denn die muss man flechten. Wie geht das denn?? Ein einiges Kind – wohlgemerkt ein Junge – hatte keine Probleme beim Herstellen der Bommel. Er häkelt manchmal zuhause, einfach so.

Nun ist Häkeln nicht jedermanns Hobby, aber wir haben damals (wow, ich klinge schon alt, was?) einfach mal rumprobiert mit Salzteig, Gips, Tonpapier, Transparentpapier, Stoffresten, Wolle, Garn, Holz  – wir haben einfach mal verschiedene Materialien in den Händen gehabt. Doch wo haben Kinder heute noch diese Chance? Etwas ausschneiden ist schon eine absolute Herausforderung – und wie praktisch ist es da, dass in den letzten Jahren mehr und mehr Mamis beim Basteln direkt mit zupacken und das den lieben Kleinen sogar abnehmen (O-Ton einer Kollegin, die unsere Bilderbuchkinos betreut). Na es soll ja auch schön werden! (??)

Werkunterricht gibt es an unserer weiterführenden Schule nicht. Und das Kochen und Nähen lernen nur die HauptschülerInnen in einem Jahrgang – denn Abiturienten brauchen so was nicht??

Lasst die Kinder wieder mehr kreativ sein und rumprobieren mit vielen Materialien! Lasst sie Freundschaftsbänder knüpfen und mit Pappmaschee matschen!

Apr 3, 2018 - Schulalltag    No Comments

Du kommst hier net raus – Teil 2

Neues aus der Kategorie: geht’s noch etwas ekliger? Neulich schnitt sich ein Kollege an meinem (!) Schreibtisch unverblümt mit meiner Bastelschere die Fingernägel. Warum?? Ja, das wäre natürlich jetzt nur mal, weil er da was hätte, aber kann man vielleicht erst mal nach einer Nagelfeile fragen? Ich hab so was immer da. Nicht direkt am Schreibtisch, aber wir haben hier auch eine Toilette mit einem Schränkchen. Ganz ehrlich, muss das sein? Aber witzigerweise schlug das Karma heute zu: selbige Person kam heute nicht mehr aus unserer Küche raus. Das Türschloss verhinderte ein Öffnen, obwohl gar nicht abgeschlossen war. Wenn ich hier nicht einfach wegkomme, wenn sich Kollegen bei mir die Nägel schneiden – dann du auch nicht! So.

Mrz 27, 2018 - Schulalltag    No Comments

Wie bringt man einen 15-Jährigen zum Weinen?

Kürzlich endete das Praktikum eines jungen Mannes in unserer Bücherei. Keine ausgesprochene Leseratte war er, aber sehr motiviert, hilfsbereit und fit am Computer. Seine Sache machte er hier sehr gut und konnte in viele verschiedene Bereiche reinschnuppern. Und heute nach dem Abschlussgespräch hatte ich noch eine kleine Überraschung für ihn. Als absolutem Manga-Fan wollte ich ihm zum Abschluss des Praktikums und als Dankeschön eine Freude machen – mit einer Manga-Figur. Da ich definitiv Null Ahnung habe, musste ich mich in den letzten tagen vortasten und herausfinden, welche Reihe nun seine liebste war. Naruto und Dragon Ball standen ganz weit oben auf seiner Liste. Auf der Leipiger Buchmesse war ich vom Angebot erschlagen und kaufe eine Figur, von der ich hoffte, dass sie die richtige wäre – und traf damit voll ins Schwarze. Der junge Mann war so glücklich, dass er sich die Tränen richtig verkneifen musste, er ist fast geplatzt vor Freude. Das ist doch mal ein schöner Start in die Osterferien 🙂

 

Mrz 20, 2018 - Leseförderung, Medien    No Comments

Klein, aber so vielseitig

Aus Frankfurt zur Leipziger Buchmesse fahren, warum sollte man das tun?? In meinem Fall hat das einfach damit zu tun, dass ich die Leipziger Buchmesse bereits als Kind besuchen wollte (und nicht durfte), als Studentin lieben gelernt habe und mich Frankfurt ehrlich gesagt meist überfordert. In Leipzig finde ich alles, was mein bibliophiles Herz begehrt kompakt und charmant, zudem mit vielen bunten Manga-Con-Besuchern, die einfach eine wunderbare Stimmung zusätzlich auf die Messe zaubern. Frankfurt empfinde ich als Business, Leipzig hingegen als Messe für Otto-Normallesefreund. Erfreulicherweise konnte ich in diesem Jahr endlich mal wieder hinfahren nach L.E. und habe es sooo genossen. Bin ich früher gehetzt, um ja nichts zu verpassen, kann ich mit Stolz behaupten, in diesem Jahr die mich interessierenden Titel nur fotografiert zu haben (keine Flyer, nix mitgenommen!) und ich konnte gezielt das besuchen, was für mich und meine Arbeit wirklich Sinn macht.

 

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