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Jun 13, 2018 - Schulalltag, Skurriles    Kommentare deaktiviert für Abrechnung einer Abiturientin

Abrechnung einer Abiturientin

Schulkritik- Abistreich 2018 (von Linda Kunz)

 

Jeder hat mal einen Traum von einem Beruf gehabt. Zum Beispiel Pilotin zu werden und über den Wolken zu fliegen. Warum dürfen wir hier in der Schule nicht alles dafür tun um diesen Traum zu verwirklichen?

Wenn wir als kleine wissenshungrige Raupe in die Schule kommen werden wir mit Blättern vollgestopft in der Hoffnung, dass eines Tages ein Schmetterling aus uns wird, der seinen Weg finden wird. Doch die Blätter schmecken uns nicht und wir wollen uns am liebsten auf ewig in einem Kokon verpuppen.

Warum gehen wir überhaupt zur Schule? Warum macht die Schule keinen Spaß? Den Grund nennt man Schulpflicht. Und wenn man zu etwas verpflichtet wird und die Motivation nicht von innen kommt, sondern dazu gezwungen wird, dann geht der Spaß von ganz allein.

Schule ist doof. Unterricht ist langweilig. Das hört man leider viel zu oft.

Wir sitzen unsere Zeit in der Schule ab und sollen wenn wir nach Hause kommen auch noch Hausaufgaben machen? Wo bleibt denn die Freizeit- Zeit für Freunde und individuelle Entfaltung.

Studien haben ergeben dass Hausaufgaben so etwa GAR NICHTS bringen. Sie frustrieren und demotivieren weil nach 8 Stunden Schule der Kopf einfach voll ist.

Und wenn wir den ganzen Inhalt des Lehrplans in uns reingefressen haben erbrechen wir ihn auf die Klausur. Dann wird der Stoff so schnell wie möglich aus dem Gedächtnis gelöscht, um Platz für neuen unnötigen Schulstoff zu schaffen.

Denn mal ganz ehrlich: was von dem was wir lernen ist sinnvoll?

In Deutsch lesen wir von Geisteskranken aber keiner fragt uns wie es uns geht.

In Biologie ist immer nur von Mann und Frau die Rede, aber nie von Mann und Mann, oder davon dass es mehr als zwei Geschlechter gibt.

Im Schulsport geht es immer nur darum die oder der schnellste zu sein, aber nicht darum dass man die eigene Schnelligkeit verbessert.

Diese Art von Bildung wollen wir nicht, denn in 13 Jahren hat uns niemand hat uns erklärt wie man sich selbst liebt.

Wer hatte schon mal Spaß in der Schule? —

Ich wünschte wir hätten mehr Spaß am Lernen, glaubt mir das geht! Aber wenn man sich erst 45 Minuten auf eine Gedichtsanalyse konzentrieren soll und dann auf einmal den Kopf auf Mathe umschalten soll, dass er die Höhe einer Pyramide berechnen kann, ist es kein Wunder dass man durcheinander und demotiviert wird.

Wer hat schon mal wegen der Schule geweint? —

Glaubt mir: Nur weil man eine 5 zurück bekommt heißt es nicht dass man dumm ist. Vokabeln auswendig lernen zu können sagt nichts über Intelligenz aus! Gute Noten und viele Punkte bekommt man wenn man gut angepasst ist.

KABItalismus- 13 Jahre Klassenkampf- das ist unser Motto. Wir haben uns 13 Jahre durch Klasse um Klasse gekämpft einige haben sogar den Wahnsinn in 12 Jahren durchgestanden. Mit unserer mächtigsten Waffe- dem Stift- haben wir Zettel um Zettel besiegt. Wir wurden trainiert für die Leistungsgesellschaft.

Wir lernen genau das was wir werden sollen um die kapitalistische Gesellschaft weiterhin zu tragen.

Wir werden dazu getrimmt Einzelkämpfer zu sein. Es fängt schon in der Grundschule an, wenn Mäppchen und viel zu schwere Schulranzen aufgestellt werden damit niemand vom anderen abschreibt.

Lass doch mal alle zusammen etwas spielen!

Wir werden von den Lehrern zum Objekt gemacht- wir sind deren Job. Dieses Schulsystem ist entwürdigend. Menschen werden in Klassen, Noten und Kategorien eingeteilt, es bilden sich Grüppchen die in Konkurrenz zueinander stehen.

Die Schule schafft es, dass das Lernen keinen Spaß mehr macht, dass lesen vermiest wird und dass wissbegierige „Streber“ als uncool gelten.

Ein ständiger Wettkampf um Punkte, bei dem die Lehrer Tränen und Schweiß von uns fordern…

Wo bleiben der Humanismus und die Gemeinschaft? Was ist überhaupt fair?

Ihr Lehrer- seid doch mal fair! Ich weiß es ist schwer, nur bitte ein bisschen kleines bisschen mehr.

Denn Druck und Stress sind Feinde des Lernens.

Ihr Lehrer, ich weiß ihr könnt auch nichts für das was das Kultusministerium vorgibt. Das Schulsystem ist mehr als veraltet, jedoch gibt es immer noch einen Spielraum, den Unterricht interessant zu gestalten.

Es gibt zahlreiche Ideen das Schulsystem zu verbessern: die Fächer sinnvoll miteinander zu verbinden, dass Lehrer sich absprechen um den Schülern das Verständnis zu erleichtern.

Dann könnte man das Theaterstück was man in Deutsch liest direkt in DS spielen und im Physikunterricht Mathe lernen.

Stattdessen sollen wir sollen wir immer pünktlich sein, den Lehrern alles glauben, besser als die anderen Schüler sein, nicht aus der Reihe tanzen und brav unsere Blätter fressen.

Aber wir sind Menschen die tanzen und nicht stillsitzen wollen. Wir sind Subjekte- was ist wenn ich gerne bis um 9 Uhr schlafe und dafür nachts produktiver bin, ich die Dinge hinterfrage die an der Tafel gepredigt werden und ich mich nicht mit den anderen vergleichen will, sondern mit ihnen zusammen, individuell lernen möchte was wichtig im Leben ist?!

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Lehrer, die sich für uns einsetzen, die Grenzen des Schulsystems zu unserem Wohle dehnen und kreativ und engagiert unterrichten und uns die Welt erklären.

Danke an alle Lehrer die uns als Menschen sehen und behandeln und wollen dass wir Schmetterlinge werden.

Jeder hat einen Traum von einer Zukunft. Warum dürfen wir hier in der Schule nicht alles dafür tun um diesen Traum zu verwirklichen?

Wie schön wäre es wenn wir uns in der Schule entfalten dürften und wirklich für das Leben lernen. Wenn wir Kompetenzen erwerben die wir für immer behalten.

Ihr Menschen die ihr vor mir steht- lasst euch nicht einreden dass ihr nicht gut genug seid. Hört auf euch immer nur zu vergleichen, denn ihr seid schlaue und raffinierte Kinder. Macht den Mund auf, sagt wenn euch etwas nicht passt, haltet zusammen, denn Trennung gibt es in diesem Schulsystem genug! Ihr habt eine intuitive Ahnung von dem was gut für euch ist. Vertraut eurem Bauchgefühl- wir sind die neue Generation. Es ist unsere Aufgabe die Situation zu verändern, denn wenn wir uns nur laut genug beschweren dann ändert sich auch etwas!

Jeder von uns möchte als kleine Raupe die Möglichkeit haben Blätter zu bekommen die gut für uns sind, damit wir am Ende unsere Flügel ausbreiten können und bereit für die Welt sind.

Apr 24, 2018 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Muff Muff Bibo

Frühling lässt sein Duftband wieder flattern durch die Bücherei… Und dabei sind keine Blumen gemeint, nein. In den letzten Tagen läuft man beim Bücher zurücksortieren mancherorts gegen eine Aftershave-Wolke. Oder muss einen Vanille-Nebel durchqueren. Heute roch eine Schülerin so lecker nach Mango, dass ich Lust auf einen Obstsalat bekam!

Obgleich… es gibt auch andere Gerüche… Einmal im Monat muss ich den Boden der Personaltoilette gießen, weil der Abfluss im Boden sonst seltsame Gerüche nach oben drückt. Noch zwei Grad mehr draußen und die Vanillewellen mischen sich mit dem lieblichen Turnhallenmuff einer Mittelstufenklasse. Und der süßliche Verwesungsgeruch stammt wohl der klischeehaft verbotenen Frucht, die zwischen Programmiersprachen und PoWi-Wälzern unterm Regal vor sich hingammelt.

Aber ich bin ein positiver Mensch! Ich will gute Gerüche. Kaffee zum Beispiel. Los geht’s!

Mrz 6, 2018 - Skurriles    No Comments

#bookporn

…ja, das ist mein Hashtag des Tages. Drüber gestolpert in der Mittagspause, als ich meine Begeisterung über die neue Buchlieferung bei Instagram hochgeladen hab. Denn seit etwa einem Jahr bin ich dort unterwegs. So viele Kanäle, so viel Kommunikation, wozu der ganze Mist? Naja, ich zumindest hab mir für die einzelnen Plattformen bestimmte Themen rausgepickt. Und als Bibliothekarin liebe ich #hashtags. Nichts geht über eine gute Verschlagwortung. Manche sind aber auch nur dazu da, #meinemeinungmalrichtigauszudrückenunddasganzeschwerlesbarzumachen, das ist dann irgendwie doof. Aber sonst mag ich Social Media ganz gerne. Ich habe viele neue Kontakte dadurch bekommen: ein Bibliothekar fragte z.B. vor einigen Wochen in einer Facebookgruppe über Umweltthemen nach Medien zu dieser Thematik. Und zack – Kontakt hergestellt. Es folgte ein wochenlanger reger Austausch unter Fachkollegen und man weiß dann schon mal, wie die andere Person so tickt. Demnächst treffen wir uns bei einer Veranstaltung, denn wir arbeiten sogar in der gleichen Region.

Ich rezensiere auch Amazon-Artikel unter meinem Klarnamen. Ja, das macht mich gläsern. Ja, das zeigt, wer ich bin, was ich irgendwann mal gekauft habe oder immerhin so gut kenne, dass ich dazu ne Meinung habe. Müsste ich ja auch nicht posten. Ich bin aber der Ansicht, wenn ich im Netz schon meine Meinung kund tue, dann stehe ich auch im realen Leben dazu und verschanze mich nicht hinter verschleiernden Profilen. Nicht alle meine Posts in Social Media sind für jedermann sichtbar, ergooglebar (brrr, ekliges Wort) schon gar nicht, aber bei Instagramm poste ich als Ausleihulla ganz offen. … nur einige Follower schließen von meinem Namen eher, dass ich wohl aus dem südlichen Raum stamme und die haben irgendwie nicht gecheckt, was eine Ausleihulla so ist.

Feb 20, 2018 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Da staunste Bauklötze

…Minecraft. Mehr muss man einer Jugendbibliothekarin nicht sagen, um ein etwas entnervtes „Ach das mit den Würfeln“ zu entlocken. Stimmt. Und das mit den vielen Möglichkeiten. Das mit der offenen Welt und dem Lego-Prinzip und dem Strategieprinzip, weil man nach „Rezepten“ Dinge herstellen muss und dafür „Zutaten“ braucht. Denn man will ja bauen. Oder anbauen. Oder irgendwie sein Haus verschönern. Ganz im Sims-Style, nur eben eckig. Hässlich fand ich damals das Quadratschweinchen, das ein Schüler zur Büchereinacht mitgebracht hatte – und alle anderen waren entzückt von dem „süßen Ding“. Wie bitte?

Gestern nun meine Premiere. Ich habe Minecraft gespielt. Nicht gelesen – denn das geht ja mittlerweile auch über hunderte Romane, die mir die Kids aus den Fingern/Regalen reißen. Ich habe gehämmert, gesammelt, gebaut – und es war toll 🙂 Gemeinsam mit Familienmitgliedern Voice-Chat habe ich Taktiken ausgetüftelt und nun bauen wir ein Haus nach, das uns allen vertraut ist. Einige Schreckminuten saß ich in einer tiefen Höhle fest, in die ich gefallen war beim versuch, die nächste Birke zu fällen. Aber ich wurde gerettet.

Und dann hab ich mich dabei erwischt, wie ich bei der Morgendämmerung im Spiel schnell auf einen Hügel geklettert bin, um den Quadrat-Sonnenaufgang zu bestaunen. 😀

Feb 13, 2018 - Skurriles    No Comments

Zuerst waren da die Gewürze

… dann kamen die Kassetten, dann die Briefmarken. Es hat mir schon als Kind einen seltsam anmutenden Spaß gemacht, Dinge zu ordnen und zu beschriften, damit andere schnell das Gewünschte finden. Wieso war ich eigentlich verwundert, als die Dame von der Arbeitsagentur mir damals Bibliothekarin oder Schornsteinfeger vorschlug? Beides für mich einst undenkbar – und doch war das Bibliotheks-Gen wohl immer schon da. Ich habe Sammlungen meiner Pumuckl-Zeichnungen angelegt, Ordner einsortieren und für die Schule Mitschriften nochmal sauber abzuschreiben nannte ich Hobby. Ich komme hier grad nicht gut weg, ich weiß 🙂 Das ist das schöne, wenn man aus dem Teeniealter raus ist: es ist einem halt dann egal und man genießt seine Marotten. Oder macht sie zum Beruf…

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