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Wenn der Bauch ganz komisch wird…

…war es bei mir nie eine Lebensmittelvergiftung, Verliebtheit oder so was, nein, ich hatte mal wieder irgendwas Wichtiges verloren. Die zwei Hauptkandidaten: Schirme und – viiiel schlimmer – den Hausschlüssel. Gestern habe ich auf dem Heimweh ein Kind im Heulkrampf aufgegabelt, weil es was verloren hatte. Oh wie ich dieses furchtbare Gefühl nachvollziehen kann. Der Moment, in dem dir schwant: WO hab ich das verloren!?? Und ich hab so viel verloren und liegen gelassen. Den Motorradhelm des Jugendfreundes – ich konnte ihm aus dem Bus noch zuwinken, dass fuhr der Bus los. Den Schirm mit dem schönen Himmel und den Sternen drauf. Den Wohnungsschlüssel – ich glaube 3 Mal musste ich heimlich mit Mama zum Schlüsselmacher und habe den Schlüssel fortan niemals offen rumliegen lassen dürfen- sonst hätte der Vater ja gemerkt, dass es ein anderer war 😀

Darum konnte ich gestern so mitfühlen mit diesem armen Tropf. Das Handy war aus der Tasche gefallen. Ja, man kann auch sagen, dass wir an unserer Schule allen Eltern empfehlen, das Handy in der Klasse 5 und 6 nicht mit in die Schule nehmen zu lassen, aber wen interessiert denn so eine Empfehlung? Drama, Drama, Handy weg, Hausmeister angerufen, aber auch er konnte es nicht mehr finden auf dem Gelände. Doch die Panik immerhin konnte ich dem Jungen nehmen. Er fuhr dann etwas beruhigter nach Hause, damit sich keiner sorgen musste und er nicht noch später heimkam. Da er sich heute nicht mehr bei mir gemeldet hat (wie abgesprochen), gehe ich davon aus, dass das Handy in dem riesigen Rucksack irgendwo verbuddelt gewesen war, aber ich weiß es leider nicht…

Apr 30, 2018 - Schulalltag    No Comments

Antisemitismus – wieder oder noch da?

Schlagzeilen der vergangenen Jahre, Monate und Tage zeigen: die Übergriffe aus antisemitischen Gründen scheinen zuzunehmen. Nun hat das verschiedene Ursachen und gehört auch auf eine andere Website. Nur, was hier in Schulen ankommt, ist eine gefühlt niedrigere Hemmschwelle, Witze über Minderheiten, v.a. Juden, zu machen. Nichtwissen, Verharmlosungen und (auch auf großer politischer Bühne in Deutschland, Amerika, Polen usw.) gängige Provokationen und Ausreizungen des politisch gerade noch so Korrekten (oder auch nicht mehr), scheinen die Grenze von „NoGo“ hin zu „Na, was denn, ist doch so“ zu verschieben – auch bei Jugendlichen! Vom Monster zum Vorbild mausert sich wohl auch der einstige Führer bei manchen, die Anfragen zu entsprechenden Titeln steigen. Hintergrund ist hier meist kein schulisches Interesse.

Wenn über geschmacklose Witze jenseits der Satire in der Peergroup gegrölt wird, sollte man auch mal hinsehen, hinhören. LehrerInnen scheinen nach Rückfragen keinen Handlungsbedarf zu sehen. Das Thema werde im Unterricht behandelt. Ja, aber auch erst ab Klassenstufe 9/10 und dann erst sehr intensiv. Scheinbar hilflose Eltern von MittelstufenschülerInnen berichten indess, dass sie nicht so recht wissen, wieso es hip ist, wenn die eigenen Sprösslinge plötzlich geschmacklose Witze über Juden machen und Hitler nachalbern.

 

Das Jugendparlament unserer Stadt hat sich dem Thema nun angenommen und vor einigen Tagen einen Vortrag über Antisemitismus ins Leben gerufen. Der war eher mager besucht. Aber die, die da waren, wollen die eigenen Schulen nun davon überzeugen, „Schule gegen Rassismus. Schule mit Courage“ zu werden. Meine Unterstützung habe ich bereits angekündigt, schauen wir mal, was da draus wird…

 

Apr 24, 2018 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Muff Muff Bibo

Frühling lässt sein Duftband wieder flattern durch die Bücherei… Und dabei sind keine Blumen gemeint, nein. In den letzten Tagen läuft man beim Bücher zurücksortieren mancherorts gegen eine Aftershave-Wolke. Oder muss einen Vanille-Nebel durchqueren. Heute roch eine Schülerin so lecker nach Mango, dass ich Lust auf einen Obstsalat bekam!

Obgleich… es gibt auch andere Gerüche… Einmal im Monat muss ich den Boden der Personaltoilette gießen, weil der Abfluss im Boden sonst seltsame Gerüche nach oben drückt. Noch zwei Grad mehr draußen und die Vanillewellen mischen sich mit dem lieblichen Turnhallenmuff einer Mittelstufenklasse. Und der süßliche Verwesungsgeruch stammt wohl der klischeehaft verbotenen Frucht, die zwischen Programmiersprachen und PoWi-Wälzern unterm Regal vor sich hingammelt.

Aber ich bin ein positiver Mensch! Ich will gute Gerüche. Kaffee zum Beispiel. Los geht’s!

Apr 10, 2018 - Schulalltag    No Comments

Wisch und weg – ist die Haptik

Ich bin ein großer Fan von Tablets & Co – (und jetzt kommt das große allseits zitierte – denn was davor steht, sei meistens eh gelogen – ) ABER: scheinbar kann man manche Dinge nicht am Tablet lernen: Knoten machen zum Beispiel.

In Büchereinächten, wenn wir Bücherwürmchen zusammen basteln, oder an Projekttagen merke ich das immer wieder. Neulich habe ich mit einer Klasse Bommeln gebastelt (die kleinen Lesebazillen). Die Haupthürde war nicht nur das Loch, das man in eine Pappe halbwegs rund hinein schneiden muss. Das größte Problem war es, mehrere Fäden Wolle in der gleichen Länge abzuschneiden. Die Steigerung: Beinchen für die Lesebazillen – denn die muss man flechten. Wie geht das denn?? Ein einiges Kind – wohlgemerkt ein Junge – hatte keine Probleme beim Herstellen der Bommel. Er häkelt manchmal zuhause, einfach so.

Nun ist Häkeln nicht jedermanns Hobby, aber wir haben damals (wow, ich klinge schon alt, was?) einfach mal rumprobiert mit Salzteig, Gips, Tonpapier, Transparentpapier, Stoffresten, Wolle, Garn, Holz  – wir haben einfach mal verschiedene Materialien in den Händen gehabt. Doch wo haben Kinder heute noch diese Chance? Etwas ausschneiden ist schon eine absolute Herausforderung – und wie praktisch ist es da, dass in den letzten Jahren mehr und mehr Mamis beim Basteln direkt mit zupacken und das den lieben Kleinen sogar abnehmen (O-Ton einer Kollegin, die unsere Bilderbuchkinos betreut). Na es soll ja auch schön werden! (??)

Werkunterricht gibt es an unserer weiterführenden Schule nicht. Und das Kochen und Nähen lernen nur die HauptschülerInnen in einem Jahrgang – denn Abiturienten brauchen so was nicht??

Lasst die Kinder wieder mehr kreativ sein und rumprobieren mit vielen Materialien! Lasst sie Freundschaftsbänder knüpfen und mit Pappmaschee matschen!

Apr 3, 2018 - Schulalltag    No Comments

Du kommst hier net raus – Teil 2

Neues aus der Kategorie: geht’s noch etwas ekliger? Neulich schnitt sich ein Kollege an meinem (!) Schreibtisch unverblümt mit meiner Bastelschere die Fingernägel. Warum?? Ja, das wäre natürlich jetzt nur mal, weil er da was hätte, aber kann man vielleicht erst mal nach einer Nagelfeile fragen? Ich hab so was immer da. Nicht direkt am Schreibtisch, aber wir haben hier auch eine Toilette mit einem Schränkchen. Ganz ehrlich, muss das sein? Aber witzigerweise schlug das Karma heute zu: selbige Person kam heute nicht mehr aus unserer Küche raus. Das Türschloss verhinderte ein Öffnen, obwohl gar nicht abgeschlossen war. Wenn ich hier nicht einfach wegkomme, wenn sich Kollegen bei mir die Nägel schneiden – dann du auch nicht! So.