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Mrz 20, 2018 - Leseförderung, Medien    No Comments

Klein, aber so vielseitig

Aus Frankfurt zur Leipziger Buchmesse fahren, warum sollte man das tun?? In meinem Fall hat das einfach damit zu tun, dass ich die Leipziger Buchmesse bereits als Kind besuchen wollte (und nicht durfte), als Studentin lieben gelernt habe und mich Frankfurt ehrlich gesagt meist überfordert. In Leipzig finde ich alles, was mein bibliophiles Herz begehrt kompakt und charmant, zudem mit vielen bunten Manga-Con-Besuchern, die einfach eine wunderbare Stimmung zusätzlich auf die Messe zaubern. Frankfurt empfinde ich als Business, Leipzig hingegen als Messe für Otto-Normallesefreund. Erfreulicherweise konnte ich in diesem Jahr endlich mal wieder hinfahren nach L.E. und habe es sooo genossen. Bin ich früher gehetzt, um ja nichts zu verpassen, kann ich mit Stolz behaupten, in diesem Jahr die mich interessierenden Titel nur fotografiert zu haben (keine Flyer, nix mitgenommen!) und ich konnte gezielt das besuchen, was für mich und meine Arbeit wirklich Sinn macht.

 

Feb 27, 2018 - Leseförderung, Medien    No Comments

Wo sind die lesbischen Trolle?

Auch in der Literatur suchen Jugendliche ihre eigene Lebenswelt. Das wird derzeit bei jedem unserer Jugendjurytreffen (www.julid-online.de) deutlich. Egal, ob ein Roman in der realen Welt oder einem fantastischen Genre angesiedelt ist, die Hauptpersonen sollen bitte nicht mehr so „Mary-Sue“ sein. Homosexualität, ein nicht aalglatter Charakter oder anderes, was eben nicht Mainstream ist, werden begrüßt. Mittlerweile misst meine Jugendjury fast jedes Buch an der Charakterzeichnung und daran, ob diese in ihre eigene vielseitige Welt passt, in der es eben völlig normal ist, heute einen Freund und morgen auch mal eine Freundin zu haben. Diese Offenheit ist sehr begrüßenswert und dass die Jugendlichen diese auch in Romanen einfordern, finde ich klasse.

Ich selbst wollte als Kind einen Helden oder eine Heldin im Buch haben, die wirklich perfekt war und so, wie ich gern sein wollte. Das ist heute nicht mehr unbedingt das Kriterium für junge Leser. Und das ist gut so. Es zeugt von mehr Selbstbewusstsein einer Generation, dass jeder so, wie er ist, absolut einmalig und super ist. Natürlich kann man Vorbilder haben, um sich zu orientieren (Grüße hier an @HannesJaenicke und sein Buch „Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche“), aber selber der Held im eigenen Leben sein und das ganz bewusst und vor allem selbstbewusst – das ist doch mal was!

Jan 9, 2018 - Leseförderung    No Comments

Literanauten – es war schön mit euch!

„Literanauten überall“ vom Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. war 5 Jahre lang im Rahmen von „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ ein bundesweites Projekt für Peer-to-Peer-Leseförderung – und nun ist es vorbei. „Kultur macht stark“ sei nicht der richtige Platz für das Literanauten-Projekt, so die Organisatoren. Ich verstehe das, denn Kultur macht stark will viel: große Projekte, die viele Menschen erreichen und richtig Geld verschlingen. Solche projekte sind wichtig und richtig, aber die Literanauten richteten sich eher an Leseclubs, die im Regionalen, im Kleinen ihre Wirkung entfaltet haben. Kleine charmante Projekte, in denen die Literanauten aktiv waren und sahen, was sie bewirkten. Für die Literanauten war das Projekt wichtig, genau wie für die Kinder, für die sie die Veranstaltungen rund ums Buch konzipiert und durchgeführt hatten.

Nun ist es vorbei – eigentlich. Denn wir in Dreieich haben Blut geleckt, haben Kooperationen gefunden, die wir nie vermutet hätten, haben tolle Events gehabt – wir machen weiter!
(Foto: Ausstellung der Literanautenprojekte aus der ganzen Republik: Ende Nov. 2017 trafen sich 70 Literanauten mit ihren Teamern zum Abschlusstreffen in Bad Hersfeld)

Nov 21, 2017 - Leseförderung    No Comments

Hexen-Hut ab!

Mit Jugendlichen Events auf die Beine stellen, das kenne ich durch die Literanauten. Dass Termine nicht klappen, dass jeder mal wieder motiviert werden muss – inklusive mir – das kenne ich auch. Nun habe ich mit einer Jugendgruppe aus dem Nachbarort und unseren Jugendlichen zusammen ein Harry Potter Wochenende mit organisiert und war absolut baff. Vorher hätte ich am liebsten in den Tisch gebissen, weil die Kommunikation zwischen den Gruppen fast nicht vorhanden war und keiner so richtig wusste, was da auf uns zukommt.

Und dann kam der Freitag und ich sah motivierte Jugendliche, die bis nachts eine Turnhalle in die große magische Hogwartshalle verwandeln, die von Samstagmorgen bis Sonntagnachmittag ein Spitzen-Programm für die Kinder zaubern, Jugendliche, die an die Medikamente der Kids denken noch bevor die es tun, Jugendliche, die – sogar bevor die kleinen Zauberer und Hexen aus ihren Schlafsäcken krabbeln – noch schnell eine polnische Schwimmstunde für den Nachmittag vorbereiten, die sie ehrenamtlich leiten und die immer noch freundlich und entspannt sind und einfach eins nach dem anderen machen und alles nicht so eng sehen. Da kann man sich durchaus mal ne Scheibe abschneiden, Frau Ausleihulla. Hut ab! Zum Bericht der Veranstaltung gehts hier.

 

Nov 10, 2017 - Leseförderung    No Comments

#DeutscherLesepreis – schon komisch so was.

Ich kam heute aus Berlin zurück. Dort wurde uns der Deutsche Lesepreis für das  Gesamtkonzept unserer Schule verliehen. Das war irgendwie surreal. Dass sich wirklich Prominente der Fachwelt und auch welche, die man eher aus Krimis der ARD kennt, so sehr mit den eigenen Projekten beschäftigen, ist irgendwie komisch.

Man wurschelt so durch den Alltag, entwickelt Ideen, setzt sie um, scheitert oder auch nicht. Und dann wird das auf Bundesebene wahrgenommen und geehrt, das ist schon toll. Und irgendwie ist es schade, dass so viele kleine Bibliotheken, so viele tolle Schulen sich nicht trauen, bei solchen großen Preisen eine Bewerbung einzureichen! Oder schlicht keine Zeit haben für so was. Und es oftmals gar nicht wissen, dass es so was gibt. Dabei gibt einem gerade ein solcher Abend, solch großes Feedback aus der Fachwelt und der Presse eine Bestätigung und Motivation, zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Aber kommt das auch immer so bei unserer jugendlichen Zielgruppe an? Fragen Sie einen beliebigen Schüler meiner Schule: wird er auch sagen „jaja, die machen großartige Leseförderung!“ Ich glaube, eher nicht. Unsere Ergebnisse sind nicht wirklich messbar. Vielleicht – und hoffentlich – kommen Schüler meiner Schule selbstverständlicher in Bibliotheken und vielleicht stempeln sie Freunde, die Bücher mögen, nicht gleich vollends als Book-Nerd ab. Vielleicht. Ich weiß es nicht.

Aber ich kann es hoffen und Kraft schöpfen aus solch Ehrungen wie dieser. Danke!

Und jetzt all ihr kleinen Bibliotheken, Buchclubs und Schulen: zeigt, was ihr Tolles macht! Ihr leistet Großartiges, manchmal muss es einem nur jemand von außen mal wieder vor Augen führen.

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