Apr 30, 2018 - Schulalltag    No Comments

Antisemitismus – wieder oder noch da?

Schlagzeilen der vergangenen Jahre, Monate und Tage zeigen: die Übergriffe aus antisemitischen Gründen scheinen zuzunehmen. Nun hat das verschiedene Ursachen und gehört auch auf eine andere Website. Nur, was hier in Schulen ankommt, ist eine gefühlt niedrigere Hemmschwelle, Witze über Minderheiten, v.a. Juden, zu machen. Nichtwissen, Verharmlosungen und (auch auf großer politischer Bühne in Deutschland, Amerika, Polen usw.) gängige Provokationen und Ausreizungen des politisch gerade noch so Korrekten (oder auch nicht mehr), scheinen die Grenze von „NoGo“ hin zu „Na, was denn, ist doch so“ zu verschieben – auch bei Jugendlichen! Vom Monster zum Vorbild mausert sich wohl auch der einstige Führer bei manchen, die Anfragen zu entsprechenden Titeln steigen. Hintergrund ist hier meist kein schulisches Interesse.

Wenn über geschmacklose Witze jenseits der Satire in der Peergroup gegrölt wird, sollte man auch mal hinsehen, hinhören. LehrerInnen scheinen nach Rückfragen keinen Handlungsbedarf zu sehen. Das Thema werde im Unterricht behandelt. Ja, aber auch erst ab Klassenstufe 9/10 und dann erst sehr intensiv. Scheinbar hilflose Eltern von MittelstufenschülerInnen berichten indess, dass sie nicht so recht wissen, wieso es hip ist, wenn die eigenen Sprösslinge plötzlich geschmacklose Witze über Juden machen und Hitler nachalbern.

 

Das Jugendparlament unserer Stadt hat sich dem Thema nun angenommen und vor einigen Tagen einen Vortrag über Antisemitismus ins Leben gerufen. Der war eher mager besucht. Aber die, die da waren, wollen die eigenen Schulen nun davon überzeugen, „Schule gegen Rassismus. Schule mit Courage“ zu werden. Meine Unterstützung habe ich bereits angekündigt, schauen wir mal, was da draus wird…

 

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