Archive from Februar, 2018
Feb 27, 2018 - Leseförderung, Medien    No Comments

Wo sind die lesbischen Trolle?

Auch in der Literatur suchen Jugendliche ihre eigene Lebenswelt. Das wird derzeit bei jedem unserer Jugendjurytreffen (www.julid-online.de) deutlich. Egal, ob ein Roman in der realen Welt oder einem fantastischen Genre angesiedelt ist, die Hauptpersonen sollen bitte nicht mehr so „Mary-Sue“ sein. Homosexualität, ein nicht aalglatter Charakter oder anderes, was eben nicht Mainstream ist, werden begrüßt. Mittlerweile misst meine Jugendjury fast jedes Buch an der Charakterzeichnung und daran, ob diese in ihre eigene vielseitige Welt passt, in der es eben völlig normal ist, heute einen Freund und morgen auch mal eine Freundin zu haben. Diese Offenheit ist sehr begrüßenswert und dass die Jugendlichen diese auch in Romanen einfordern, finde ich klasse.

Ich selbst wollte als Kind einen Helden oder eine Heldin im Buch haben, die wirklich perfekt war und so, wie ich gern sein wollte. Das ist heute nicht mehr unbedingt das Kriterium für junge Leser. Und das ist gut so. Es zeugt von mehr Selbstbewusstsein einer Generation, dass jeder so, wie er ist, absolut einmalig und super ist. Natürlich kann man Vorbilder haben, um sich zu orientieren (Grüße hier an @HannesJaenicke und sein Buch „Wer der Herde folgt, sieht nur Ärsche“), aber selber der Held im eigenen Leben sein und das ganz bewusst und vor allem selbstbewusst – das ist doch mal was!

Feb 20, 2018 - Schulalltag, Skurriles    No Comments

Da staunste Bauklötze

…Minecraft. Mehr muss man einer Jugendbibliothekarin nicht sagen, um ein etwas entnervtes „Ach das mit den Würfeln“ zu entlocken. Stimmt. Und das mit den vielen Möglichkeiten. Das mit der offenen Welt und dem Lego-Prinzip und dem Strategieprinzip, weil man nach „Rezepten“ Dinge herstellen muss und dafür „Zutaten“ braucht. Denn man will ja bauen. Oder anbauen. Oder irgendwie sein Haus verschönern. Ganz im Sims-Style, nur eben eckig. Hässlich fand ich damals das Quadratschweinchen, das ein Schüler zur Büchereinacht mitgebracht hatte – und alle anderen waren entzückt von dem „süßen Ding“. Wie bitte?

Gestern nun meine Premiere. Ich habe Minecraft gespielt. Nicht gelesen – denn das geht ja mittlerweile auch über hunderte Romane, die mir die Kids aus den Fingern/Regalen reißen. Ich habe gehämmert, gesammelt, gebaut – und es war toll 🙂 Gemeinsam mit Familienmitgliedern Voice-Chat habe ich Taktiken ausgetüftelt und nun bauen wir ein Haus nach, das uns allen vertraut ist. Einige Schreckminuten saß ich in einer tiefen Höhle fest, in die ich gefallen war beim versuch, die nächste Birke zu fällen. Aber ich wurde gerettet.

Und dann hab ich mich dabei erwischt, wie ich bei der Morgendämmerung im Spiel schnell auf einen Hügel geklettert bin, um den Quadrat-Sonnenaufgang zu bestaunen. 😀

Feb 13, 2018 - Skurriles    No Comments

Zuerst waren da die Gewürze

… dann kamen die Kassetten, dann die Briefmarken. Es hat mir schon als Kind einen seltsam anmutenden Spaß gemacht, Dinge zu ordnen und zu beschriften, damit andere schnell das Gewünschte finden. Wieso war ich eigentlich verwundert, als die Dame von der Arbeitsagentur mir damals Bibliothekarin oder Schornsteinfeger vorschlug? Beides für mich einst undenkbar – und doch war das Bibliotheks-Gen wohl immer schon da. Ich habe Sammlungen meiner Pumuckl-Zeichnungen angelegt, Ordner einsortieren und für die Schule Mitschriften nochmal sauber abzuschreiben nannte ich Hobby. Ich komme hier grad nicht gut weg, ich weiß 🙂 Das ist das schöne, wenn man aus dem Teeniealter raus ist: es ist einem halt dann egal und man genießt seine Marotten. Oder macht sie zum Beruf…