Archive from Juli, 2017
Jul 25, 2017 - Uncategorized    No Comments

95 Thesen fürs Bibliothekswesen – 1 (#thinkbib)

Bibliotheken machen sich gern mal kleiner als sie sind und kaum eine Bibliothekarin oder ein Bibliothekar protzt auf einem Cocktail-Event mit seiner letzten Büchereinacht oder davon, gestern wieder einem Kunden bei der Bewerbung geholfen zu haben. Warum eigentlich nicht?

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Das soll sich 2017 ändern! Viele Deutsche Bibliotheken machen bei einer großen Guerilla-Aktion mit: wir hämmern Thesen für das Bibliothekswesen an die Türen unserer Rathäuser! Hochmotiviert starteten in Remscheid im Februar viele Teilnehmer der Konferenz für Kinder- und Jugendbibliotheken in dieses Vorhaben und sammelten gemeinsam Ideen. Dass Nägel in Rathaustüren nicht sooo gern gesehen wären, können wir uns denken, darum haben wir es bei uns vor Ort in eine Imagekampagne direkt in der Bücherei umgewandelt. Auch hier werde ich hin und wieder Thesen „annageln“ und so meinen Beitrag leisten. Hier gehts zur FB-Gruppe, die noch über die Thesen diskutiert.

Viel Spaß!42-ist-die-antwort

Jul 25, 2017 - Uncategorized    No Comments

Ferienzeit = Ruhe vor dem Sturm

Nun sind sie auch in Hessen angekommen, die Sommerferien. Seit fast drei Wochen ist so gut wie NICHTS los bei uns in der Bücherei. Die Hartgesottenen, klar, die kommen, aber es sind erheblich weniger als im normalen Schulbetrieb. Das ist auch in Ordnung so, die sollen Schule aus dem Kopf kriegen für eine kurze Weile. Und was macht eine Ausleihulla? Die hat bereits vor Wochen eine To Do Liste angefangen und ist schon ganz stolz, weil gaaanz viel bereits erledigt ist.

Das Problem: der Anfangsschwung schwindet! Und irgendwie ist Blumengießen plötzlich meeega anstrengend. Geistige Arbeit hingegen geht ganz gut von der Hand. So werden derzeit die Bildungspartnertreffen vorbereitet, Newsletter gemacht, Apps getestet, Veranstaltungen modernisiert, katalogisiert, Anträge gechrieben, Drachen an der Decke aufgehängt – was man halt so macht, wenn man mal dafür Zeit hat. Nur gibt es so Aufgaben, die man immer wieder nach hinten schiebt. Für meine Jugendjury JuLiD muss die Website aufgehübscht werden, tja, wenn da mal der Konjunktiv nicht wäre.

Los, packen wir es an!

Jul 18, 2017 - Schulalltag    No Comments

Ausleihulla – 1 Jahr

Mein erstes „Therapiejahr“ mit diesem Blog ist fast rum – und ich muss sagen: es hilft 🙂 Ich sehe meinen Alltag lockerer, kann Kämpfe mit Schülern mit Abstand sehen und schmunzeln bei Annekdoten, die vor Wochen oder Monaten geschehen sind. Ob man so was nun öffentlich machen muss oder nicht, kann jeder selbst entscheiden. Ich selber hatte nach genau so einem Erfahrungsbericht/ Tagebuch/ Blog gesucht und weil es keinen gab, selber einen gemacht. Der Blog wird weitergeführt und trägt vielleicht zur Erheiterung anderer Schulbibliothekare bei – oder macht einfach so Spaß 🙂

 

Jul 11, 2017 - Leseförderung, Medien    No Comments

Irgendwas mit Tablet?

Wenn ich auf der Fachkonferenz in Remscheid zu Beginn diesen Jahres eines mitgenommen habe, dann „Inhalte first“ 🙂 Wie ein Mantra steht es seither über allem, was ich plane und durchführe an Klassenveranstaltungen. Bewusst war mir das schon, klar, aber irgendwie haben wir in der Bücherei Tablets und ich wusste nicht so recht, was damit anzufangen ist. Und nur der Technik und der Moderne wegen wollte ich sie auch nicht einsetzen, so nach dem Motto: hauptsache Tablets eingesetzt! Preisausschreibungen im Bibliotheksbereich verführen zu dieser Denkweise. Bitte immer was Neues, möglichst mit geflüchteten Kindern und bitte mit Hightech.

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Eine Studentin aus Hamburg testete eine eigens kreierte Veranstaltung nun bei uns – und ich bin begeistert! Sehr sinnvoll wurde hier die Technik eingesetzt. Die Kids sollten sich vorher ihr Lieblingsbuch bewusst machen und sich eine Szene aussuchen. Diese wurde dann mit Stift und Papier festgehalten und schließlich kreativ mit der App CoSpaces nachgebaut. Motivation der Kids: mega! Organisatorisch: super! Lob an die Studentin 🙂 Einzig ein altbekanntes Problem trübte die Durchführung. Tablets einzusetzen heißt meist: W-Lan einsetzen! Und das ist in Schulen mal eben nicht einfach. Und wenn dann noch die Schulrechner (mal wieder) streiken, wird’s schnell hektisch. Aber professionell hatte die junge Dame alles im Griff. Die Kinder kamen noch in den folgenden Tagen in die Bücherei, um ihre virtuellen Buchszenen zu Ende zu bauen.

Jul 4, 2017 - Uncategorized    No Comments

Mit Hochdruck zum Abi!

Dass junge Menschen eine wilde Metamorphose durchleben/-leiden, ist bekannt und dabei reifen sie. Sollen sie reifen. Naja, bei manchen kann man das durchaus beobachten. Plötzlich sind diese Teenies richtige ambitionierte junge Persönlichkeiten. Andere brechen zusammen.

Kurz vor den ersten Abiturprüfungen zittert dann auch der Letzte, der kurz zuvor noch voll Überzeugung über die Sinnlosigkeit des Unterrichtsinhaltes palavern konnte. In den Abitur-Prüfungswochen habe ich schon viele Tränen gesehen, so auch letzte Woche. Ein junger strebsamer Mann, immer zuvorkommend und nett, stand mit Tränen in den Augen vor mir. Ich habe ihm einen ruhigen Raum zum Runterkommen besorgt (unsere Küche) und eine Tasse Tee gebracht. Er tat mir wahnsinnig leid, aber wirklich helfen kann man da ja nicht. Anschließend kam raus, dass es um die Entscheidung in einer mündlichen Prüfung zwischen einer guten oder einer sehr guten Punktzahl ging. Gestern fuhr im Auto hinter mir eine Mama ihre Tochter nach hause und ich sah sie im Rückspiegel. Sie sah plötzlich wieder aus wie ein kleines Mädchen, weil ihr die Tränen im leeren Gesicht über die Wangen liefen. Ich wusste, sie hatte kurz zuvor ihre Note erfahren und ist eigentlich eine Spitzenschülerin.

Wieso herrscht dieser ungemeine Druck? Diejenigen, denen Noten wichtig sind, die etwas vorhaben, die gehen fast daran zugrunde. Aber die, die mit einem durchaus respektablen Realschulabschluss hätten abgehen können, gähnen sich durch die Oberstufe, rauben sich und Lehrkräften alle Kräfte, um dann in den letzten Prüfungen zu berechnen, ob sie die zwei Punkte schaffen, die sie zum Bestehen des Abiturs benötigen. Und sowieso ist immer der Lehrer schuld, wenn es dann doch nicht hinhaut. In Schulen bestimmen heutzutage nicht die Lehrer, welchen Schulzweig Schüler besuchen werden, sondern Druck von außen. Wozu? Jeder Mensch hat Potential, nur nicht jeder in Algebra. Und Noten zeigen nicht alles. Sie sind nicht alles – eigentlich.