Archive from April, 2017
Apr 25, 2017 - Schulalltag    No Comments

Inklusion – im Alltag in der Bücherei

Ob mit oder ohne Handycap, alle Kinder und Jugendlichen sollen in regulären Schulklassen unterrichtet werden. Soweit die Theorie. Oftmals funktioniert das auch super. In unserer Schule gibt es auch einige Kinder und Jugendliche, die mit dem Rollstuhl unterwegs sind, Kinder mit Asperger-Syndrom oder anderen Syndromen, die oft nicht mal auffallen – manchmal eben aber doch. Vor allem in quirligen Pausensituationen ist es für uns in der Bücherei gerade zu Schuljahresbeginn nicht ersichtlich, mit wem wir vielleicht etwas sanfter umgehen sollten oder wer bei direkter Ansprache Schreianfälle bekommt.

Woher sollen wir das auch wissen? Im Laufe der Zeit pendelt sich das ein und ich kann Kollegen informieren, wie Regeln bei diesen besonderen Kindern und Jugendlichen sanft, aber doch auch durchgesetzt werden. Aber oft bin ich auch hilflos und weiß nicht, wie ich in heiklen Situationen reagieren soll. In Klassen brodeln manchmal wochenlang Kleinkämpfe, die dann in der Pause bei uns ausbrechen.

Auch andere Kinder, die die entsprechenden Hintergründe nicht kennen, fühlen sich dann unberecht behandelt, wenn wir mit ihnen schimpfen und andere sehr sanft zum 20. Mal darauf hinweisen, dass Getränke im Bücherbereich nicht gestattet sind. Soll man diesen Kinder dann auf die besondere Situation erklären? Oder ist das dann wie Bloßstellen?

Es ist gut gedacht, im Alltag aber manchmal mit Fragezeichen versehen.

Apr 18, 2017 - Schulalltag    No Comments

Und ab durchs Fenster

Es gibt so Tage, da ist die ganze Schule einfach gaga! Popcorn explodiert in unserem Chillraum, Leute stürmen rein, um direkt durchs Fenster hinten wieder rauszuklettern, alle schnattern aufgeret wild durcheinander und haben irgendwie einen kleinen Knall. Auch Lehrer, denen ich an diesen Tagen begegne, bemerken die seltsam quirlige Stimmung.

An diesen Tagen macht es fast keinen Sinn, für Ruhe zu sorgen und zu schimpfen, weil nach einer Minute wieder alle total durcheinander schreien. In den letzten Jahren wollte ich diesem Phänomen Ursachen zuordnen: Vollmond? Regen? Prüfungen, die bevorstehen? Hitze? So richtig die EINE Ursache hab ich noch nicht entdeckt, aber immerhin kämpfe ich nicht mehr gegen Windmühlen und nehme diese Tage dann hin. …und drehe selber mal ein wenig ab 🙂

Feedback von Jugendlichen bekommen – nur wie?

Die Bibliothek will den Raum, das Medienangebot und die Veranstaltungen für Jugendliche so gestalten, dass sie diese annehmen und gut finden – leichter gesagt als getan. Dann ist es toll, wenn man eine Gruppe Jugendlicher hat, die man mal fragen kann. Naja, falls sie antworten. In die Runde gefragt, was man denn verbessern könnte oder welche Ideen und Wünsche es gibt, schaut man oft in Fragezeichen-Gesichter. Diese Spontan-Umfragen sollten also geplant sein und an die Kommunikationskanäle der Zielgruppe andocken. In meiner Jugendjury wollte ich herausfinden, was die Mitglieder gut finden, was sie gern ändern würden, wie oft sie sich treffen wollen, ob ihnen der Juryname eigentlich gefällt usw.

Ein Erfahrungsbericht:

  1. Direkt fragen beim Jurytreffen – keine Antworten, leichte Überforderung aufgrund des plötzlichen Überfalls, keine Anonymität
  2. Direkt fragen nach 2-wöchiger Vorlaufzeit – keine Antworten, niemand hatte sich Gedanken zum Thema gemacht
  3. Eine anonyme Pinnwand in der Bücherei für das Festhalten spontaner Eingebungen der Jugendlichen – wochenlang gähnende Leere (immerhin hier: Anonymität möglich)
  4. Eine Online-Umfrage, Link wurde per Mail verschickt – nichts passiert
  5. Dieselbe Online-Umfrage, Link per WhatsApp verschickt:  innerhalb der ersten 15 Minuten antwortet 1/3 der Gruppe und bearbeitet die komplette Umfrage – in der Unterrichtszeit.
    (Update: Nach 4 Stunden haben fast alle bereits teilgenommen.) – sehr zu empfehlen.
Apr 4, 2017 - Schulalltag    No Comments

Es kommt halt auf’s Thema an!

Zwei Mädels, 17 Jahre, liegen mit dem Kopf auf dem Tisch und wollen sich gegenseitig zum Lernen motivieren. Wichtig wäre es, die Klausur ist doch bald. Sie schlurfen zur Theke, zahlen einen Kaffee und versuchen sich so etwas wach zu bekommen. Die Qual geht weiter.

3 Stunden später – die selben Mädels: es wird heiß diskutiert, analysiert, Vor- und Nachteile abgewogen, die wirtschaftlichen Grundlagen besprochen, die Logik hinterfragt, die neuen Tools erörtert und ihre Nutzen diskutiert – es geht um die neue Nintendo Switch…