Archive from März, 2017
Mrz 28, 2017 - Schulalltag    No Comments

Das Glühen

Kennen Sie das Glühen? Das Glühen ist mein persönlicher Lieblings-Gemütszustand: alles wuselt um mich herum, es ist viel los, aber es ist friedlich, exakt nacheinander kommen Anfragen, bei denen ich helfen kann oder Ausleihen oder so was und alles läuft am Schnürchen. Gut was los und trotzdem entspannt. Die Tage, an denen ich richtig viel schaffe.

Zugegeben, ein zarter Zustand, der jederzeit zu Ende sein kann durch penetrantes Regenschuhgummi-Quietschen oder Zigarettenrauch, der in mein Büro zieht von Schülern, die heimlich direkt vor meinem Büro qualmen. Und darum muss man diese Momente genießen.

Ich glühe dann mal noch ein bißchen vor mich hin…

Mrz 21, 2017 - Leseförderung    No Comments

Mist, Mist, Mist, Mist, super, Mist

Ein Lob einbetettet in viel Kritik kann man auch gleich lassen. So konnte ich vor einigen Tagen wörtlich zusehen, wie das nett gemeinte Feedback einer Horterzieherin meiner Jugendgruppe die Mundwinkel gefrieren ließ. Die Veranstaltung war weitestgehend eigenständig von 16-Jährigen Mädels für 12 Grundschulkinder organisiert worden und lief wunderbar. Es gab viel Begeisterung, gute Laune, Bewegungspiele, Lesepassagen und Basteleinheiten. Und doch gab es kleine Dinge, die nicht super liefen. Mal ein bisl schnell gelesen. in Thema, dass eher die Mädels angesprochen hatte. usw. Ja und?

Mich und die Jugendlichen hat die direkte Negativkritik schnell aus unserer Euphoriewolke nach der gelungenen Veranstaltung gerissen und bislang ist fraglich, ob die Mädels sich noch für weitere Veranstaltungen motivieren lassen. Nicht, dass die Kritik nicht gerechtfertigt gewesen wäre, das waren alles Dinge, die ich auch so nochmal angesprochen hätte – eben nach 2 Wochen, damit die gute Energie nach der Veranstaltung noch anhalten kann und wieder neue Motivation für das nächste Event schürt.

Nun muss ich die Mädels erst mal aufpäppeln und ihnen zeigen, dass sie wirklich großartig waren. Nur wie?

 

Mrz 14, 2017 - Schulalltag    No Comments

Die Männerbude

Unsere Bücherei hat absoluten Testosteron-Überhang! In den kleinen Pausen hängen durchschnittlich 60 Leute bei uns rum. Davon etwa 50 männlich. Das Phänomen beobachte ich schon seit unserer Eröffnung. Neulich habe ich mal mit Jungs und Mädels gesprochen, warum das so ist. Dass viele unserer männlichen Besucher herkommen zum Handyzocken, war mir vorher klar. Aber eine neue Erkenntnis: Mädels wollen halt quatschen und es ist ihnen egal, wo. Jungs wollen gemeinsam abhängen und das geht nirgends in der Schule so gut wie in unseren Sitzsäcken. Und Mädels scheinen Hausaufgaben bereits erledigt zu haben, brauchen also keine Tische und können in Fluren bzw. auf dem Schulhof abhängen.

Mit zunehmendem Alter gleichen sich die Zahlen übrigens an. In Klausurphasen hockt dann nicht selten eine Traube Mädels um den einen netten Kerl, der die Algorithmen mal endlich gut erklären kann.

Bei den Ausleihen zeigt sich übrigens ein umgekehrtes Bild: 2,5 Mal so viele Ausleihen wurden im Vorjahr in unserer Bücherei von Mädchen getätigt im Vergleich zu den Ausleihen durch männliche Kunden. Aber zufrieden können wir trotzdem sein: in unserer Stadtbücherei insgesamt werden fast 4 Mal so vielen Ausleihen von weiblicher Kundschaft getätigt im Vergleich zur männlichen.

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