Archive from Oktober, 2016
Okt 28, 2016 - Medien    No Comments

Die schnellen Blender? – Buchcover

Auf die inneren Werte kommt es an! Jaja, genau. Und eine Bibliothek wäre total cool, wenn alle Bücher beigefarben verpackt wären und gleich aussähen. Dass wircover-4 uns bei der Auswahl von Büchern stark vom Buchcover lenken lassen, ist nicht schön, aber nun mal leider oft der Fall. Vor allem in Jugendbibliotheken spielt die Verpackung von den Geschichten eine riesige Rolle. Das Äußere entscheidet darüber, ob ein Buch überhaupt eine Chance bekommt. Es mag noch so viele Auszeichnungen und Preise von Exepertenkommissionen erhalten haben – stimmt das Cover nicht, hat es verloren. Im belletristischen Bereich ist dieses Phänomen noch stärker vertreten und doch spielt die Aufmachung auch immer mehr im Sachbuch eine Rolle. Man denke sich das Guinness World Records Buch nur mit einem schlichten hellgelben Cover und einer schnörkellosen neutralen Schrift. Nein, die Bücher sollen ja auch Lust machen und viele Verlage investieren mittlerweile viel Mühe, Zeit und Geld in gute Buchcover.

Doch was ist ein gutes Cover?

Ich habe das schon öfters wissen wollen und habe in den letzten Jahren mehrfach Jugendlichen verschiedene Buchcover gezeigt. Dabei durften sie sowohl grüne Punkte für schöne Cover und rote Punkte für hässliche Buchcover aufkleben. Verglichen habe ich das dann mit Aussagen von Bibliothekaren und Lehrern. Es überrascht wohl kaum einen, dass die Ergebnisse oft unterschiedlich ausfielen. – Statistisch war das aber natürlich keine relevante Studie. Damals kamen Füße auf Buchcovern nicht gut an, Beine waren grenzwertig („Eine für vier“). Augen, die den Leser direkt anblickten, wurden als sehr gut empfunden („Warrior Cats“ oder diverse Dystopien). Alles, was als cool gelten wollte, fiel auch durch.

Nun habe ich diese Umfrage wiederholt. Mitgemacht haben 40 Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren. Grün = super, rot = nicht gut. Wenige Punkte = fällt nicht auf.

Was kam gut an, was nicht?

Diesmal überraschte mich persönlich, dass „Frostblüte“ gut abschnitt. Schnörkel und aufwändige Cover kamen gut an, eher schlichte oder betont cool wirkende Cover sind durchgefallen. „Lost Boy“ zog sehr viel positive Aufmerksamkeit auf sich, es wirkte nach Meinung der Befragten am erwachsensten und spannendsten. „Monday Club“ wäre damals vielleicht noch gut angekommen, doch die bunten Farben störten viele Betrachter. Zu „girlie“ kam „HDGDL“ rüber und wurde als schlimmstes Cover gewählt. „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ hatte ich weiter vorn im Rennen gesehen und ich dachte auch, „The Cage“ sei der Renner. Nix da, frag die Zielgruppen! Denn wir selber haben keine Ahnung!

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Kundenbefragung – sei tapfer, wenn du sie auswertest!

buechereibefragung0001Bereits zwei Mal haben wir Kundenbefragungen durchgeführt. Die erste nach einem Jahr laufendem Betrieb (2010), die zweite drei Jahre (2013) später. Nach diesem Turnus wäre eine weitere jetzt fällig. Nur hat so gar keiner von uns Büchereimitarbeitern Lust, wieder 900 Fragebögen auszuwerten… Obwohl eine Evaluation immer sinnvoll ist:

buechereibefragung50001Wir haben so gelernt, dass saubere Toiletten ein sehr gutes Argument für den Besuch in der Bücherei sind. Und dass unsere „Stasi-„Aufseher oft streng gucken, allen voran ich. Ok, seither werfe ich zu laute Gruppen mit einem Lächeln raus. Unsere Wände waren 2010 zu langweilig, da haben wir in den Ferien gemalert und arbeiten seit dem enger mit der Fachschaft Kunst zusammen. Die versorgen uns regelmäßig mit tollen neuen Bildern und Skulpturen für die Deko, auf Wunsch sogar mit eigener Motiv-/Farbwahl. Überrascht hat uns sowieso, dass der Raum und die Atmosphäre so wichtig sind. Sauberkeit, Pflanzen, Ordnung und Farben sind vielen aufgefallen und wurden gelobt bzw. angeregt, etwas zu verbessern. Die Bücherei als Aufenthaltsort ist insbesondere in einer großen (und lauten) Schule sehr wichtig. Read more »

Sind Kooperationsvereinbarungen sinnvoll?

Im Studium wird gelehrt: immer erst alles durchdenken, ein Konzept machen und dann einen Fahrplan erstellen. Das mache ich mit meinen Veranstaltungen nach wie vor und fahre gut damit. Schwieriger wird es, wenn an dem Fahrplan auch andere beteiligt sind. Mit dem Kreis Offenbach, der Stadtbücherei Dreieich und der Schule ist es uns vor einigen Jahren tatsächlich gelungen, solch einen Fahrplan für die Bücherei zu entwickeln. Engagierte Menschen haben damals gut daran getan, auf bestimmte Formulierungen zu bestehen und andere grober zu fassen. Diese Vereinbarung ist freilich kein gerichtlich einklagbares Werk, wohl aber eine gute Orientierung für alle Beteiligten, wer was zu tun hat und wohin wir wollen. Ich als ausführende Person weiß somit, in welchem Rahmen ich mich bewegen kann, ob ich neue Projekte anstupsen darf und welche Dinge ich „liefern“ muss.

Ich kenne andere Vereinbarungen, die so eng gestrickt sind, dass die ausführenden Bibliotheksmitarbeiter nur sehr enge Grenzen haben, um Projekte überhaupt zu unterstützen oder neu zu starten – oder das Gegenteil: alles ist so vage formuliert, dass keiner weiß, wo die Bibliothek hinsteuern soll und welche Befugnisse für Ausführende überhaupt existieren. Diesen Spagat hatten wir zu Beginn, als die Bücherei aufgebaut worden ist. Schule wollte dies, Stadtbibliothek wollte das. Aber jetzt ziehen alle an einem Strang und es wurde ein gutes Mittelmaß gefunden.

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